Schumachers Woche: Die Wahl mal sportlich nehmen

Hajo Schumacher

Früher, als ich mich dynamisch und leistungshungrig glaubte, bin ich beim Marathon in Berlin mitgelaufen. Wolkiges Erinnern, wie ich mich nachher auf der Wiese vorm Reichstag krümmte und die Krämpfe wegzuatmen versuchte. Diesen Sonntag würde ich rigoros weggekärchert, denn gleich nach dem Marathon ist dort Bundestagswahl.

Sport und Politik begegnen sich sonst eher selten, wenn die Kanzlerin nicht gerade an der Kabinentür der Nationalelf lauert. Millionen Deutsche quälen sich beim Laufen, Kicken, Yoga, Radeln, gucken zu, fangen an – und ersparen den Krankenkassen Milliarden. Wer regelmäßig joggt, kann ohne größere Qualifikation sogar Außenminister werden. Für jeden Olm wird ein Biotop gepolstert. Was aber haben die Freizeitsportler, Deutschlands mächtigste Bewegung, von der nächsten Regierung zu erwarten? Ein Programm-Check.

Erwartbar knarzend kommt das AfD-Programm daher: "Sportschützen" werden erwähnt und die Schülerpflicht, an Sport- und Schwimmunterricht teilzunehmen. So wird das nichts mit zähen Windhunden. Die Linkspartei beklagt ein Dutzend Mal, dass Schwimmbäder geschlossen werden, und fordert Geld für "antirassistische Fan-Initiativen". Und wo turnt das Volk?

Hüftsteif auch die SPD: Sport sei eine "gute Gelegenheit, in vielfältiger Weise Vielfalt zu fördern". Steht da wirklich. Peter Altmaier, der Cheflyriker des CDU-Programms, hat immerhin festgestellt, dass Sport einen wichtigen Beitrag "zu Gesundheit, Mobilität und Teilhabe" leistet, für "Wertevermittlung und Zusammen...

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