Schumachers Woche: Staatsoper eröffnet: Arbeiten? Ja! Mitfeiern? Bitte nicht!

Sieben Jahre lang wurde die Staatsoper saniert. Bei der Wiedereröffnung mussten die Handwerker draußen bleiben

Die Kanzlerin machte die Raute, der Bundespräsident trug feierlich das Einheitsgesicht, Armin Mueller-Stahl, Iris Berben, Otto Rehagel und die Freikarten-Schnorrer waren auch da. Die übliche Mannschaftsaufstellung in der wiedereröffneten Staatsoper Unter den Linden. Wer ein wenig kurz kam, waren Architekten, Planer, Denkmalpfleger, Statiker, Handwerker – eben alle, die die olle Oper wieder schön gemacht hatten. Zentnerweise Stuck hatten sie im Zuschauersaal abgenommen, die Decke fünf Meter emporgestemmt und hinterher alles millimetergenau wieder eingepasst. Nur höchste Baukunst vermochte, die widersprüchlichen Vorgaben zu erfüllen zwischen akustischem Hochgenuss für die Musikfans und historisch einwandfreiem Nachbau für die Nostalgiker.

Genau eine Woche vor Eröffnung erreichte die beteiligten Firmen eine Mail, ob die Bauleute vielleicht Interesse an Karten für die Generalprobe hätten. Einen Sektempfang solle es auch geben. Aber bitte nicht mit alle Mann.

Der Empfang im Apollosaal begann 20 Minuten verspätet. Länglich sprach Bausenatorin Katrin Lompscher, tantenhaft erklärte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher den Fachleuten, was sie da fünf Jahre lang gemacht hatten.

Weil weitere Ansprachen drohten, kaperte der Stuckateurmeister und Architekt Sebastian Rost das Mikrofon. 30 Leute seiner Firma hatten in der Staatsoper malocht, 20 von ihnen wären gern zur Generalprobe gekommen, zwei Karten wurden angeboten. Rost zitierte Goethe: "Der Worte höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube...

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