Schumachers Woche: Die riesengroße Koalition der bessergestellten Bewahrer

Hajo Schumacher

Berlin.  Stellen wir uns jetzt einfach mal vor, die schwarzgelbgrünweißblauen Koalitionssondierer wohnten zusammen. Was für ein Haus wäre das? Stimmt: Großstadt, renovierter Altbau, eine Gegend, wo die Überlebenden dreier Gentrifizierungswellen wohnen. Mehr Eigentümer als Mieter, weshalb Wohnungsmangel kein Thema ist. FDP-Vize Wolfgang Kubicki logiert mit seinem Humidor im Penthouse, die Familien weiter unten, immer noch lichtdurchflutet.

Ganz verschiedene Hintergründe, aber alle im Aufstieg vereint: Sie haben Netflix, die Gemüsekiste aus der Region, dieses schicke Rudergerät in Kirschholz. Sie verdienen mehr als auskömmlich, Rente sicher, Kinder mit Erasmus an einer Elite-Uni im Ausland. Erben-Deutschland, Aufsichtsrats-Deutschland, wo man schon mal 100 Milliarden zusätzlich raushaut, um bei den Freunden nicht als Knauser dazustehen. Zu Weihnachten schickt der Anlageberater eine Aufmerksamkeit. Air Berlin? Kann man nichts machen. Bildungsgerechtigkeit? Klar, alle vier Jahre wieder fordern, folgenlos wie immer. Und Klimaschutz natürlich. Konsensuales Nicken zu besorgten Leitartikeln über US-Präsident Donald Trump.

Putzfrauen und Nannys haben es gut im Jamaika-Haus

Mindestlohnkontakt allenfalls, wenn der Paketbote alte Apfelsorten für den Balkon nach Hause liefert. Putzfrauen und Nannys haben es gut im Jamaika-Haus: Sie bekommen zwölf Euro die Stunde, zu Weihnachten gibt's einen Hunni extra, gegen Beleg, für die Steuer, und obendrauf die abgelegten Sachen, alles Naturfasern. Gute Menschen...

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