Schumachers Woche: Martin Schulz hat einen Trumpf für das TV-Duell

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz verbreitet trotz eines scheinbar uneinholbaren Rückstandes auf Angela Merkel Optimismus

Dass die Wahl für Martin Schulz gelaufen ist, haben mir meine Söhne auf Youtube gezeigt. Da sieht man den Kanzlerkandidaten der SPD, wie er Jusos anfleht, doch bitte "Martin, Martin" zu rufen, um den Eindruck von Euphorie zu erzeugen. Angela Merkel ist auch nicht gerade ein Ausbund an Coolness, aber sie ließe das Auffordern zum Einpeitschen wenigstens andere erledigen.

Warum traut sich eigentlich niemand zu sagen, dass Martin Schulz als Mensch womöglich okay ist, als Kandidat aber ganz sicher eine Flasche? Die SPD bräuchte einen Justin Trudeau, aber sie bietet nur einen trübseligen Verwalter, wie Angela Merkel sie serienweise verfrühstückt hat. Schulz wird fast unsichtbar in der sadistischen Sachlichkeit der Kanzlerin, die nicht in Schlagzeilen zu fassen ist, er vermag kaum hinter seinem künftigen Ex-Freund Sigmar hervorzulugen, der diebischen Spaß hat, den Kandidaten strampeln zu sehen. Trägt die Kanzlerin Schuld an der Langeweile des Wahlkampfs? Würde man Jogi Löw kritisieren, weil er beim Stande von 3:0 nicht drei Stürmer einwechselt? Nur ein wilder, kraftvoller, unorthodoxer Gegner könnte so ein Match noch drehen; Martin Schulz also nicht.

Dennoch kann das TV-Duell – zu am Abend um 20.15 Uhr bei den Sendern ARD, ZDF, RTL und Sat.1 – spannend werden. Wenn Martin Schulz sich ehrlich macht und eingesteht: Kanzleramt ade. Und trotzdem bleibt Deutschland eine Wahl; zwischen dem Abenteuer schwarzgelbgrün, schwarzgelb und eben einem schwarzroten Bund, der nicht mehr "Große Koaliti...

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