Schumachers Woche: Dieselgate ist das Ergebnis jahrelanger Feiglingspolitik

Stuttgart könnte als erste deutsche Stadt Dieselfahrzeuge aus der City verbannen

Kaum sechs Bundestagswahlkämpfe her, als die Grünen Unerhörtes forderten: Fünf Mark fürs Benzin. Nicht auszudenken, was eine kalifornisch dirigierende Politik bewirkt hätte. Womöglich würden leichte, spritsparende Autos durchs Land rollen so wie der e.Go life von Günther Schuh, Professor an der RWTH Aachen. Stattdessen feinstauben wir mit unsinnig schweren, breiten Panzern ans Stau­ende. Wie haben wir früher nur im VW Variant überlebt?

Dass ein Zauderer wie Verkehrsminister Dobrindt nun die Zulassung des Sauriers Cayenne verbietet, ist das Eingeständnis jahrelanger großkoalitionärer Feiglingspolitik. Merke: Wenn Regierungen auf langfristiges Gestalten verzichten, übernehmen protzfreudige Kartelle mit wachsender Arroganz, auch wenn unsere Kinder Tesla längst cooler finden.

Bild Nr. 1:
Hajo Schumacher Frank Johannes

Und jetzt? Elektromobil? Mag der blindlings verehrte Tesla-Chef Elon Musk auch Fabriken versprechen, die Akkus zum Wert eines Kanisters Diesel produzieren, bleibt das Rohstoffthema ungelöst: Batterien brauchen Lithium, das höchst unökologisch in Südamerika gewonnen wird, oder Kobalt, das Kinder in Zentralafrika abbauen müssen. Wie bei Handy-Akkus gilt: Den Gewinn machen Warlords, der Rohstoff geht nach China, Weltmarktpreise steigen so zuverlässig wie der Meeresspiegel. Kennt man von der Solarzelle. Am Rande: Elektrochemie, also Batteriewissenschaft, hat sich schon seit Langem aus Deutschland nach Fernost verabschiedet.

Konrad Adenauer, der die Sojawurst erfand und ein Stopfei mit Innenbeleuchtung (batteriebetr...

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