Schumacher: "Kommen an Mick nicht vorbei"

Mick Schumachers Kampf um ein Cockpit für 2023 ist in die entscheidende Phase eingetreten. Zwischen den Rennen in Monza und Singapur (am 2. Oktober im SPORT1-Liveticker) will Haas-Teamchef Günther Steiner gemeinsam mit Besitzer Gene Haas entscheiden, wer das offene Cockpit neben Kevin Magnussen bekommt.

In Monza konnte sich Schumi jr. mit Platz zwölf nach einem Start von Platz 17 in Szene setzen. Doch ob das starke Überholmanöver gegen Nicholas Latifi (Williams) reicht, ist unklar. Denn gleichzeitig sind am Rande des Italien-GP drei neue Gegner für den Sohn von Michael Schumacher aufgetaucht.

Erstens: Nico Hülkenberg. Der Deutsche, der aktuell als Ersatzfahrer bei Aston Martin im Einsatz ist, gilt plötzlich als heißer Kandidat auf den Haas-Sitz. Hülkenberg ist zwar seit zwei Jahren kein Stammfahrer mehr, hat mit diversen Einsätzen als „Feuerwehrmann“ aber sein Können unter Beweis gestellt.

„Ich denke, er ist ein Kandidat wie jeder andere, weil er eine Superlizenz hat, in der Formel 1 gefahren ist und Erfahrung hat“, sagt Steiner, lässt sich dabei aber nicht in die Karten schauen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Ferrari-Boss schwärmt von Scuderia-Youngster

Von Ferrari wird derzeit Robert Shwartzman in Position gebracht. Der russisch-israelische Rennfahrer ist aktuell als Ferrari-Tester im Einsatz und Mitglied der Juniorakademie der Scuderia. Auffällig ist, wie sehr Teamchef Mattia Binotto den Vizemeister der Formel-2-Saison 2021 lobt.

„Robert ist ein fantastischer Pilot“, sagt der Italiener, „wann immer er in einen GP-Renner steigt, ist er schnell. Es gibt Fahrer, die in den Formeln 3 und 2 prima sind, aber für die Formel 1 reicht es letztlich nicht. Robert ist das Gegenteil davon: Er war sehr gut in den Formeln 3 und 2, aber er ist bärenstark im Formel-1-Auto, und es ist jammerschade, dass er derzeit keinen Stammplatz hat.“

Ferrari und Schumacher gehen auf Distanz

Allein: Anders als in den Vorjahren muss Binotto Haas und Steiner bitten, den jungen Russen zu nehmen, bestimmen kann er es nicht mehr. SPORT1 erfuhr: Für 2023 gibt es ein neues Abkommen mit Ferrari. Die Italiener können erstmals nicht mehr über den zweiten Fahrer bei Haas bestimmen.

Mick Schumacher indes hat längst seine Zukunft ohne Ferrari geplant und wird die Zusammenarbeit Ende der Saison beenden. Dazu passt: Nach dem mittlerweile flügge geworden Deutschen gefragt, geht der Ferrari-Team-Capo derzeit geradezu auf Distanz. (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)

„Es ist schwer, Micks Leistung an diesem Wochenende zu beurteilen“, sagte der Italiener am Sonntag in Monza. Sollte Schumacher bei Haas keinen neuen Vertrag bekommen, bliebe neben Alpine auch Williams als Alternative.

Doch da steht Nyck de Vries nach seinem neunten Platz beim Formel-1-Debüt in Monza auf der Pole-Position. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Ralf Schumacher: „Kommen an Mick nicht vorbei“

„Es ist in meinen Augen klar, was das für den Fahrermarkt bedeutet“, sagt Sky-Experte Timo Glock. „De Vries war die ganze Zeit schon ein Kandidat für die noch unbesetzten Autos, hat sich aber natürlich mit so einem Auftritt wie am Wochenende noch einmal deutlicher ins Gespräch gebracht. Der wird jetzt definitiv bei jedem Team auf der Liste auftauchen. Ich bin mir auch sicher, dass wir ihn nächstes Jahr in einem der Autos sehen werden.“

Glocks richtige Schlussfolgerung: „Für Mick Schumacher bedeutet das, dass es einen neuen Gegner im Kampf um die verbleibenden Cockpits gibt. Das macht es für ihn nicht einfacher.“

Allein: Onkel Ralf Schumacher ist relativ entspannt, wenn es um die Zukunft seines Neffen in der Königsklasse geht. Schumacher zu SPORT1: „Langfristig mache ich mir keine Sorgen, wenn es um die Zukunft von Mick in der Königsklasse geht. Was nächstes Jahr betrifft: Mick wird immer besser. Wenn Günther Steiner und Gene Haas objektiv bleiben, kommen sie an Mick nicht vorbei. Man wird also sehen.“ (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

Trotz großer Konkurrenz bleibt Mick Schumacher erste Wahl bei Haas.

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