Schulze fordert Putin zu Freigabe von ukrainischem Getreide auf

KIEW/BORODJANKA (dpa-AFX) - Entwicklungsministerin Svenja Schulze hat bei ihrem Ukraine-Besuch den russischen Präsidenten Wladimir Putin dazu aufgefordert, Getreidelieferungen über die ukrainischen Häfen zu ermöglichen. "Putin ist daran schuld, dass es in vielen Ländern jetzt womöglich zu Hungerkatastrophen kommt", sagte Schulze am Freitag der Deutschen Presse-Agentur im Kiewer Vorort Borodjanka.

Schulze wies die russischen Vorwürfe zurück, dass die westlichen Sanktionen eine globale Hungerkrise provozierten. Lebensmittel seien von den Sanktionen ausgeschlossen, betonte die Ministerin, die als zweites deutsches Regierungsmitglied in die Ukraine gereist ist. "Was Putin aber faktisch macht, ist, dass er die Häfen bombardiert und dadurch verhindert, dass Lebensmittel aus der Ukraine überhaupt exportiert werden können". Das müsse aufhören, forderte Schulze.

Russland hatte die teilweise Aufhebung der westlichen Sanktionen als Bedingung für die Lösung der globalen Lebensmittelkrise genannt. Zugleich wies Moskau Vorwürfe zurück, ukrainische Häfen zu blockieren. Diese seien durch von der Ukraine selbst gelegte Seeminen unzugänglich. Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte immerhin erstmals am Donnerstag Zeitfenster und Korridore für die mögliche Ausfahrt ausländischer Schiffe aus ukrainischen Gewässern. Für die Sicherheit der Hafenausfahrt sei aber Kiew zuständig.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.