Schulz verspricht zwölf Milliarden Euro für Schulen — Merkel nennt Bildungssituation eine „Katastrophe“

Schulz.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will zwölf Milliarden Euro in Schulen und Kitas investieren.

Er werde eine Bildungsinitiative vorlegen, um die fehlende Chancengleichheit in Deutschland auf die Tagesordnung zu setzen, sagte Schulz am Sonntag im ARD-Sommerinterview. Dazu werde er am Montag zusammen mit den sieben SPD-Ministerpräsidenten einen Plan vorstellen. Ziel seien unter anderem mehr Kita-Plätze und die Abschaffung der Gebühren für die Betreuung. Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte dagegen im ZDF-Sommerinterview, dass der Bund noch nie so viel Geld für Bildung und Forschung ausgegeben und bereits milliardenschweren Zusagen für die Renovierung von Schulen in finanzschwachen Kommunen und die digitale Ausstattung der Schulen gemacht habe.

Die „Bild am Sonntag“ berichtete unter Berufung auf Schulz' Eckpunktepapier, dass die frühkindliche und schulische Bildung im Grundgesetz zur Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern erklärt werden soll. In der ARD forderte Schulz, dass sich die Bundesländer auf gemeinsame Standards bei den Schulabschlüssen einigen müssten. Der Bildungsföderalismus sei eindeutig an seine Grenzen gestoßen, kritisierte er. Man dürfe sich nicht damit abfinden, wenn in jeder Brüsseler EU-Runde gesagt werde, dass Deutschland in der Bildungspolitik zurückfalle. „Ich finde, dass ein Bundeskanzler das in die Hand nehmen muss.“ Laut Schulz soll es zudem mehr Plätze in Ganztagsschulen geben. Auch in moderne und gut ausgestattete Schulen will der Politiker investieren.

Schulz, dessen Partei in aktuellen Umfragen bei etwa 22 Prozent liegt, will nach eigenen Angaben auch mit dem Thema Bildung in den kommenden Wochen bis zur Bundestagswahl am 24. September unentschlossene Wähler für sich gewinnen.

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