Schulz sieht "enorme Übereinstimmung" mit Frankreichs Staatschef Macron

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sieht sich bei seinen europapolitischen Forderungen auf einer Linie mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sieht sich bei seinen europapolitischen Forderungen auf einer Linie mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Es gebe eine "enorme Übereinstimmung" bei nötigen Reformschritten in Europa und der Eurozone, sagte Schulz am Donnerstagabend nach einem Treffen mit Macron in Paris. Er verwies insbesondere auf die Forderung nach einem Finanzminister und einem "Investitionsbudget" für die Eurozone.

Der im Mai zum Präsidenten gewählte Macron empfing den SPD-Vorsitzenden am Donnerstagabend zu einem mehr als einstündigen Gespräch im Pariser Elysée-Palast. Schulz sprach anschließend von einer Atmosphäre "voller Vertrauen" mit dem sozialliberalen Präsidenten.

Trotz der engen Zusammenarbeit, die Macron mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigt, gab sich Schulz überzeugt, dem französischen Präsidenten politisch näher zu stehen: "Die ersten drei Vorschläge, die Herr Macron unterbreitet hat, einen europäischen Finanzminister, ein Eurozonenbudget und ein Investitionspaket für die Eurozone, bekam in Berlin eine dreifache Antwort: 'Nein, nein, nein.' Aus dem Finanzministerium. Also wem er (Macron) sich näher fühlt, ist relativ einfach auszurechnen."

Zum Auftakt seines Paris-Besuchs hatte Schulz eine Rede in der Elite-Hochschule Sciences Po gehalten. Dabei warb der Kanzlerkandidat erneut für mehr Investitionen in Europa: "Wir brauchen dringend mehr Investitionen in Europa." Das sei eine "absolute Priorität".

Auch Deutschland müsse mehr investieren. Deutschland könne damit mehr zu "Wachstum und Wohlstand" in Europa beitragen.

Macron hatte Deutschland wiederholt zu mehr Investitionen aufgerufen, um das Wirtschaftswachstum in Europa anzukurbeln. Merkel hat dazu grundsätzliche Bereitschaft signalisiert. Das Problem liegt nach ihren Worten aber bei der langen Dauer von Planungsverfahren.