Schulz: EU muss sich gegen rücksichtslose US-Handelspolitik wehren

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ruft zum Widerstand der EU gegen den Sanktionskurs der USA auf. "Europa muss sich gegen die rücksichtslose amerikanische Handelspolitik wehren", sagte Schulz am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Die US-Administration steht für ein kompromissloses America First", beklagte er. "Mit der Bestätigung der Sanktionen gegen Russland setzt der US-Präsident eine Politik fort, die er seit Amtsantritt mit der Aufkündigung von Handelsabkommen, neuen Strafzöllen und immer neuen Attacken gegen den Freihandel verfolgt hat." Hier müssten die Europäische Union und Deutschland an der Seite der betroffenen Unternehmen stehen - und an der Seite der Arbeitnehmer.

US-Präsident Donald Trump hatte das vom US-Kongress mit großer Mehrheit beschlossene Gesetz am Mittwoch unterzeichnet, auch wenn er selbst anderer Meinung ist. Die Sanktionen richten sich direkt gegen Staaten wie Russland, Nordkorea oder Iran. Sie können aber auch andere Länder betreffen, die mit ihnen Geschäfte machen. Deshalb gibt es beispielsweise in der Europäischen Union scharfe Kritik an dem Gesetz. Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew sagte, Russland sei ein umfassender Handelskrieg erklärt worden.