Schulen in Berlin: Schüler streiken für neue Toiletten - und gegen den Gestank

Schüler der Oberschule am Berlinickeplatz wollen, dass die Sanitäranlagen saniert werden

"Ein Recht auf Grundbedürfnisse" oder "Sanieren jetzt!" hatten die Schüler der Sekundarschule am Berlinickeplatz auf die Transparente geschrieben, die sie am Mittwoch zum Rathaus Tempelhof trugen. Die Schülervertreter hatten zum Schulstreik aufgerufen, weil sie den Zustand des Gebäudes, in dem sie lernen müssen, für unzumutbar halten. "Der Gestank der Toiletten zieht sich durch das ganze Gebäude", sagte die 16-jährige Lara, die den Protestzug bei der Polizei angemeldet hatte. An den Wänden falle der Putz ab, die Klodeckel seien kaputt und die Abwasserrohre veraltet. Ein Toilettenbereich sei so marode, dass er gar nicht mehr benutzt werden dürfe.

Seit 2015 stellt das Land pro Jahr zwölf Millionen Euro nur für die Erneuerung der Sanitäranlagen zur Verfügung. Innerhalb von zehn Jahren soll das leidige Toilettenthema damit erledigt sein. Pro Bezirk gibt es im Schnitt eine Million Euro nur für Sanitärräume. Durchschnittlich kostet die Sanierung etwa 250.000 Euro. Das heißt pro Bezirk können pro Jahr etwa vier Schulen profitieren.

In diesem Jahr stehen 39 Schulen auf dem Plan, die Sekundarschule am Berlinickeplatz ist nicht dabei. Die Sanierung steht nach Angaben des zuständigen Baustadtrates Jörn Oltmann (Grüne) auch nicht auf der Prioritätenliste des Bezirks. Allerdings werde geprüft, ob kleinere Maßnahmen durchgeführt werden könnten, hieß es am Dienstag auf Anfrage der Morgenpost.

Sanierungsstau von zehn Millionen Euro

Im Gebäudescan wird die Summe für die komplette Instandsetzung d...

Lesen Sie hier weiter!