Schule, Pflege, Handwerk: Nur Amateure können die Probleme des Landes lösen

Sebastian Christ

In Deutschland reden wir oft über “Fachkräfte“. Das duale Ausbildungssystem ist weltweit berühmt, die Studienabschlüsse international anerkannt. Wir geben zurecht viel auf den hohen Bildungsstand, den es hierzulande gibt.

Aber es ist Zeit, ein Loblied auf die Quereinsteiger anzustimmen. Jene also, die nicht professionell ausgebildet wurden, sondern auf Umwegen in ihren Beruf kamen. Spöttisch werden sie als “Amateure“ bezeichnet. Dabei brauchen wir sie derzeit so dringend wie nie.

Ein Kernproblem des deutschen Arbeitsmarktes ist, dass derzeit zwei besonders starke demografische Effekte gleichzeitig wirken.

Zum einen gehen derzeit die ersten Angehörigen der so genannten “Babyboomer-Jahrgänge“ in den Altersruhestand. Zwischen 1954 und 1969 wurden pro Jahr jeweils mehr als 1,1 Millionen Kinder geboren

Auf der anderen Seite kommen jene jungen Menschen in Ausbildung, die den geburtenschwächsten Jahrgängen in der Geschichte der Bundesrepublik angehören. Zwischen 2001 und 2015 kamen in pro Jahr jeweils weniger als 750.000 Kinder zur Welt.

Wir brauchen mehr Quereinsteiger!

Während also Millionen von älteren Menschen verrentet oder pensioniert werden, gibt es zu wenig Nachwuchs, der die freiwerdenden Stellen besetzen könnte. Dabei herrscht jetzt schon in vielen Teilen Deutschlands Vollbeschäftigung.

Der viel zitierte “Fachkräftemangel“ betrifft alle Bildungsniveaus. Das Handwerk klagt über freibleibende Lehrstellen, in der Pflege gibt es zu wenige Fachkräfte – und auch bei den Akademikerberufen gibt es zum Teil dringenden Bedarf.

Deswegen brauchen wir Quereinsteiger.

Ein Beispiel dafür ist der Job des Grundschullehrers.

Jahrzehntelang war es für Berufsanfänger attraktiver, auf Gymnasiallehramt zu studieren. Denn als Studienrat an einem Gymnasium bekommt man die Besoldungsstufe A13, für Grundschullehrer wurde dagegen lange Zeit nur nach A12 gezahlt. Je nach Berufsdauer kann das einen Unterschied von bis zu 600 Euro...

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