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Schuld ist unter anderem der Klimawandel: Immer mehr Tier-Angriffe auf Menschen

Schuld ist unter anderem der Klimawandel: Immer mehr Tier-Angriffe auf Menschen

Expert*innen warnen davor, dass der Klimawandel das Risiko des direkten Konflikts von Mensch und Tier erhöht. Zudem drängen Menschen immer mehr in die Lebensräume der Tiere vor.

Angriffe von Tieren auf Menschen sind auf dem Vormarsch — und Schuld daran sind der Klimawandel sowie das Ausbreiten menschlicher Zivilisation.

Seit 1950 gehen Raubtiere immer häufiger auf Menschen los. Eine Ende Januar veröffentlichte Studie erklärt dies unter anderem damit, dass Menschen immer mehr in die Lebensräume der Tiere vordringen.

Andere Expert*innen warnen davor, dass der Klimawandel das Risiko des direkten Konflikts von Mensch und Tier erhöht. Die von Expert*innen überprüfte Studie wurde im Fachjournal 'PLOS Biology' veröffentlicht. Vincenzo Penteriani, ein Ökologe des spanischen Forschungsrats Consejo Superior de Investigaciones Científicas, ist der Überzeugung, dass der Hauptgrund für die Angriffe bei steigenden Bevölkerungszahlen zu suchen ist. "Wenn man den Verlust natürlicher Lebensräume mit der Ausbreitung menschlicher Ansiedlungen verbindet, wird es geradezu zur Regel, dass sich das Aufeinandertreffen von Fleischfressern und Menschen häuft. Es ist einfach eine Frage der Wahrscheinlichkeit", so Penteriani

Briana Abrahams, Assistenzprofessorin und Wildtier-Ökologin an der University of Washington glaubt, dass auch der Klimawandel die Tierwelt immer häufiger in die Nähe der Menschen drängt. In wohlhabenderen Ländern kommen Raubtier-Angriffe vor allem bei Freizeitbeschäftigungen wie Camping oder Wandern vor, während sie sich in ärmeren Gegenden in erster Linie beim Jagen oder in der Landwirtschaft ereignen.

Es besteht Gefahr für Leib und Leben: Laut Studie hatten 32% aller Angriffe einen tödlichen Ausgang.

Für Daniel Thornton, Assistenzprofessor Washington State University mit dem Fachgebiet Fleischfresser-Umweltforschung und Naturschutz, ist die Sache klar: "Wenn Tiere in die Enge getrieben werden, wenn es nicht genug Lebensräume gibt oder der Klimawandel zu Veränderungen führt, die Menschen und Tiere aufeinandertreffen lassen, dann wird ein Konflikt immer wahrscheinlicher."

Matthias Tödt/picture-alliance/Cover Images