Schreiendes Baby im Flugzeug: Rührende Geste von Mutter

Mütter sollten anderen Müttern im Flugzeug helfen (Bild: Getty Images)

Schreiende Kinder im Flieger können die Nerven so manches Fluggastes strapazieren. Begeistert reagieren darauf die wenigsten. Konfrontiert mit einem schreienden Baby, tat eine Frau allerdings etwas, das nicht alltäglich ist – und das, obwohl sie ohne Kinder flog.

“Hier bin ich, im Urlaub ohne die Kinder (die ich abgöttisch liebe, aber manchmal braucht man eben eine Kleinkind-Pause) und ich fliege mit einem Baby im Schoß. Warum? Weil ich ein anständiger Mensch bin“, schreibt Kesha Bernard in ihrem Facebook-Post.

Sie konnte nicht einfach tatenlos zusehen, als sie merkte, dass eine alleinreisende Mutter im gleichen Flieger saß, die mit ihren drei Kindern völlig überfordert war. Ihr Kleinkind hatte einen Tobsuchtsanfall und das Baby quengelte – und das alles gleichzeitig. Ihr ältestes Kind war zwar brav, aber einfach noch zu klein, um sich um die Geschwister zu kümmern.

“Eine Frau hat sich bei der Mutter beschwert, dass ihr Kind endlich aufhören soll, gegen den Sitz zu treten. Dann höre ich wie die Mutter sagt: ‘Ich kann nicht glauben, dass Sie das gerade getan haben.‘ Die Frau hat anscheinend nach dem Bein des Kindes gegriffen (was GAR NICHT geht!). Die ganze Zeit über steht eine Stewardess einfach daneben und hört sich das alles an, ohne irgendetwas zu tun“, heißt es in dem Post weiter.

“Sie gab mir sofort ihr Baby”

15 Minuten lang wartete Bernard darauf, dass jemand, der näher bei der Familie sitzt, irgendetwas tut und der Frau hilft. Fehlanzeige! Empörte Blicke und Gemurmel waren das einzige, das man hören konnte. Eine Frau hielt sich sogar demonstrativ die Ohren zu und schnitt die hässlichsten Grimassen in Richtung der völlig fertig Mutter. “Also stehe ich auf und gehe ein paar Reihen nach hinten und frage sie, ob sie Hilfe braucht“, schreibt sie. “Sie gab mir sofort ihr Baby (Diese Frau konnte es kaum erwarten, mir das Baby in die Hand zu drücken).“

“Ich hab mir also das Baby geschnappt und mich zum Take-Off mit ihm auf meinen Platz gesetzt. Es hörte auf zu weinen (es ist ein Wunder!). Also sitze ich hier und halte dieses wundervolle Baby, das sofort einschlief.“ Kesha Bernard appelliert mit ihrer Message an andere. “Beschwerden und Gemurmel helfen überhaupt nicht, die Person fühlt sich nur schlechter,” sagt sie. “Wie wir einen Menschen in einer Notlage einfach ignorieren können, verstehe ich nicht. Bitte seid nett. Bitte seid rücksichtsvoll. Helft einander … es macht alles einfacher. Ich verspreche, ihr werdet nicht daran sterben.“

“Gott segne dich”

Die Reaktionen im Netz sind überwiegend positiv, knapp 105.000 Mal wurde der Post bereits geteilt. “Gott segne dich dafür, dass du ein anständiger Mensch und eine echte Mutter bist. Du bist eine Inspiration für alle Frauen, die einander auf die gleiche Weise helfen sollten“, schreibt eine Userin beispielsweise.

Über den Rummel um ihre Person sprach Kesha Bernard mit “Scary Mommy“: “Die Leute sagen mir, ich sei ein großartiger Mensch und dass meine Geschichte ihren Glauben an die Menschheit wiederherstellt. Andere Mütter teilen ihre Erfahrungen mit mir. Ich denke, dass ich aber einfach nur getan habe, was jeder mit einem gütigen Herz getan hätte. Ich sehe mich nicht als ‘Heldin’ oder ‘großartig’. Ich bin nur ein echter Mensch, der die Mühen der Mutterschaft versteht.“

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