Schottische Regierungschefin Sturgeon: Müssen für Klimaschäden zahlen

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GLASGOW (dpa-AFX) - Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hat die Industriestaaten in der hitzigen Debatte um Gelder für bereits entstandene Klimaschäden zum Umdenken aufgefordert. Schottland habe bislang als einziges Land der Welt Schadenersatzzahlungen für solche Klimaschäden zugesagt, erklärte die Politikerin der Schottischen Nationalpartei (SNP) am Donnerstag in Glasgow und kündigte an, die bisher zugesagten Summen noch deutlich aufstocken. "Warum wir das machen? Um eine klare Botschaft an die Verantwortlichen am Verhandlungstisch zu senden." Die reichen Länder sollten endlich ihre Schulden bei den besonders stark betroffenen Ländern abbezahlen. Es gebe keine Entschuldigung mehr, dies nicht zu tun.

Bei den Verhandlungen auf der Weltklimakonferenz sitzt Schottland nicht eigenständig am Tisch, sondern wird als Teil des Vereinigten Königreichs von den britischen Verhandlern vertreten. Sturgeon will mit der Ankündigung von Mitteln aus dem Landestopf ein unabhängiges Signal senden und eigene Prioritäten setzen.

Zahlungen für bereits entstandene Schäden und Verluste infolge des Klimawandels sind eines der besonders umstrittenen Themen auf der Weltklimakonferenz. Bislang wehren sich die Industriestaaten, die für 80 Prozent der weltweiten Treibhausemissionen zuständig sind, dagegen, konkrete Gelder zuzusagen. Auch das Versprechen von 100 Milliarden US-Dollar für Klimaschutz und Anpassung an die Klimafolgen, die jährlich in den globalen Süden fließen sollten, sind ein Streitthema. Die Geberländer haben eingestanden, diese Schwelle erst drei Jahre später als geplant erstmals zu erreichen, nämlich im Jahr 2023.

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