So schonen Sie Ihren Handyakku bei frostigen Temperaturen

Schlappe Akkus und eingefrorene Displays: Kälte kann Ihrem Smartphone schaden.

In der kalten Jahreszeit ist das Handy oder Smartphone besonderen Belastungen ausgesetzt. Mit diesen Tipps können Sie Ihren Lithium-Ionen-Akku schonen.

Warum der Handy-Akku bei Kälte schneller aufgibt
Wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken, gibt der Smartphone-Akku schneller auf. Der Grund dafür ist die Chemie von Lithium-Ionen-Akkus. Je kälter es ist, desto langsamer laufen die elektrochemischen Prozesse in ihrem Inneren ab. Dadurch sinke die Speicherkapazität vorübergehend,  wie Holger Althues vom Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik in Dresden erläutert. Der Punkt, bis zu dem der Akku entladen werden kann, werde früher erreicht.

Selbst einem vorher noch voll geladenen Smartphone kann dann relativ schnell der Saft ausgehen – mangels Spannung schaltet sich das Telefon ab, wenn eigentlich noch Ladung im Akku sein sollte. Die gute Nachricht: Aufwärmt hat das Smartphone wieder genauso viel Durchhaltevermögen wie vorher.

iPhone: Komfortzone bei 16 bis 22 Grad
Jedes Smartphone hat eine bestimmte „Lieblingstemperatur“, bei der es optimal funktioniert. iPhone, iPad, iPod, und Apple Watch funktionieren laut Apple beispielsweise am besten zwischen 0 ° und 35° Grad, das Mac Book mag es noch etwas wärmer und läuft bei einer Temperatur zwischen zehn und 35 Grad am besten. Optimal funktioniert das iPhone bei 16 bis 22 Grad.  Im Normalfall überstehen Handys und Smartphones zwar auch deutlich tiefere Temperaturen als die Hersteller angeben, nichtsdestotrotz wirkt sich die Umgebungstemperatur jedoch erheblich auf die Akkuleistungsfähigkeit der Geräte auf.

Um auch bei frostigen Temperaturen und Nässe das meiste aus ihrem Gerät herauszuholen, sollten Sie ein paar banale, aber wirksame Tipps beachten.

Körperwärme nutzen: Damit das Handy nicht zu sehr abkühlt, tragen Sie es möglichst dicht am Körper, etwa in der Innentasche einer warmen Jacke – oder zumindest in einer Handtasche.

Temperaturwechsel vermeiden: Neben der Kälte an sich sind auch große Temperaturwechsel Gift für Lithium-Ionen-Akkus. Denn durch abrupte Kalt-Warm-Wechsel kann sich Kondensationsfeuchtigkeit im Gerät  bilden, die den elektronischen Komponenten schaden kann. Bringen Sie Ihr Smartphone nachdem Sie in der Kälte waren deshalb nur langsam auf Raumteperatur, indem Sie es etwa zunächst in der Tasche lassen. Lässt sich ein großer Temperaturwechsel nicht vermeiden, schalten sie das Handy am besten aus, bis es durchgewärmt ist. Aufladen sollten Sie ihr Smartphone ebenfalls nur bei Raumtemperatur.

Wenn es bereits zu spät ist und sich Kondensfeuchtigkeit gebildet hat, entfernen Sie am besten den Akku, damit es nicht zu Kurzschlüssen kommt. Falls sich der Akku nicht entnehmen lässt, schalten Sie das Handy komplett ab und lassen Sie es langsam trocken – Heizung oder Fön sind natürlich Tabu, da diese dem Smartphone schaden. Nicht vergessen: Haben Sie einen Schaden bei Ihrem Smartphone verursacht, weil Sie das Gerät falsch bedient haben oder Wasser eingedrungen ist, ist das laut Verbraucherzentrale kein Garantiefall – für die Reparaturkosten müssen Sie selbst aufkommen.

Handyhüllen aus Neopren oder Filz: Am besten schützen Sie ihr Handy, wenn Sie es bei Kälte in der Tasche lassen. Lässt es sich nicht vermeiden,  kann eine Smartphone-Hülle aus Neopren, Filz oder Wolle das Gerät vorm Auskühlen schützen. Smartphone-Handschuhe mit speziell eingewebten Fasern in den Fingerspitzen schützen vor kalten Händen beim Bedienen des Handys.  Alternativ hilft ein Smartphone-Stift, auf dessen Spitze Touchscreens ebenfalls reagieren.
Mit einem Bluetooth-Headset können Sie zudem bequem telefonieren, ohne das Telefon aus der Tasche holen zu müssen.