Schon wieder Zugausfälle - Pro Bahn: 'Nicht mehr akzeptabel'

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Krankheitsfälle in der Belegschaft sorgen bei der Deutschen Bahn in Nordrhein-Westfalen erneut für viele Ausfälle und Unmut bei Fahrgästen. Am Wochenende sind etwa S-Bahnen im Rheinland betroffen, wie DB Regio NRW mitteilte. Man halte "die in den letzten Tagen ansteigenden Totalausfälle von Zuglinien der DB Regio für nicht mehr akzeptabel", kritisierte der Fahrgastverband Pro Bahn.

"Aufgrund der derzeit angespannten Personallage bedingt durch einen hohen Krankenstand" fielen bis zum frühen Montagmorgen (25.7.) Züge der Linien S8, S11, S12 und S19 aus, teilte die Bahn auf Zuginfo.NRW mit. Auch die RB 46 zwischen Gelsenkirchen und Bochum fällt noch bis Freitagabend aus. Die Ausfälle sind längst kein Einzelfall: In den vergangenen Tagen und Wochen hatte es mehrere ähnliche Meldungen gegeben. Beim RE 49, der RB 32 und der S6 fallen Züge sogar über Wochen hinweg bis Anfang August aus.

Für die nun gestrichenen S-Bahn-Verbindungen werde an einem Ersatzverkehr gearbeitet, hieß es von DB Regio. Unter anderem sind Großraumtaxis und normale Taxis im Einsatz. Laut einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers" sorgten die S-Bahn-Ausfälle bereits am Freitag für Chaos auf den Bahnsteigen, volle Züge und genervte Fahrgäste.

DB Regio hat schon länger mit hohen Krankenständen zu kämpfen, zuletzt aber auch auf eine "Joboffensive" hingewiesen: In diesem Jahr wolle man in Deutschland rund 24 000 neue Mitarbeiter rekrutieren. Eine dpa-Umfrage Anfang Juli ergab, dass auch viele andere Verkehrsunternehmen in NRW mit Personalausfällen zu kämpfen haben. Im Gegensatz zu diesen lege DB Regio aber immer wieder ganze Strecken still, anstatt zumindest einen Stundentakt anzubieten, kritisierte Pro Bahn. "Neukunden, die durch das 9-Euro-Ticket angelockt wurden, werden so nachhaltig abgeschreckt, auch langjährige Bestandskunden der Bahn werden vertrieben", hieß es. Die Aufgabenträger sollten die DB notfalls mit juristischen Mitteln zu einem Mindestangebot zwingen.

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