Designierter Fed-Chef gibt US-Börsen Auftrieb


Der designierte US-Notenbankchef Jerome Powell hat am Dienstag die Rekordjagd an der Wall Street befeuert. Äußerungen Powells bei einer Senatsanhörung kamen bei den Anlegern gut an. Auftrieb erhielten insbesondere Finanzwerte, die im Schnitt 2,6 Prozent zulegten. Hinzu kamen starke Daten zum Verbrauchervertrauen. Sie gaben Hoffnungen auf ein gutes Weihnachtsgeschäft der Einzelhändler zusätzliche Nahrung.

"Es spricht viel für Aktien aus makroökonomischer und fundamentaler Sicht", sagte Anlagestratege Terry Sandven von U.S. Bank Wealth Management. Für gute Stimmung im späten Handel sorgte ferner ein Etappensieg von US-Präsident Donald Trump im Ringen um die von ihm angekündigte Steuerreform. So überwies der Haushaltsausschuss des Senats den Entwurf der Republikaner zur Abstimmung an das Senatsplenum. Dieses wird voraussichtlich noch in dieser Woche mit der Debatte über den Steuerentwurf beginnen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 1,1 Prozent höher aus dem Handel auf knapp 23.837 Punkten. Der breiter gefasste S & P 500 stieg ein Prozent auf 2627 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,5 Prozent auf 6912 Stellen. Alle drei notierten knapp unter ihren Bestmarken. In Frankfurt schloss der Dax ein halbes Prozent im Plus mit knapp 13.060 Punkten.


Im Fokus der Börsianer stand Powells Anhörung. Dabei präsentierte er sich als Verfechter schrittweiser Zinserhöhungen und signalisierte eine baldige Straffung. Zugleich zeigte er sich entschlossen, als künftiger Fed-Chef in der Tradition seiner Vorgänger Ben Bernanke und Janet Yellen auf mögliche künftige Wirtschaftskrisen handfest zu reagieren. Auf die Frage, ob es immer noch US-Banken gebe, die zu groß seien, um scheitern zu können ("too big to fail"), entgegnete Powell: "Das würde ich verneinen."

Die Bemerkungen lösten Käufe von Bankaktien aus, die zu den größten Gewinnern zählten. JP Morgan zogen 3,5 Prozent an, Bank of America 3,9 Prozent.

Gefragt waren auch Buffalo Wild Wings mit einem Kursplus von 6,3 Prozent. Der Finanzinvestor Roark will die Restaurantkette für 2,4 Milliarden Dollar übernehmen.


An der New Yorker Börse wechselten rund 0,83 Milliarden Aktien den Besitzer. 2000 Werte legten zu, 921 gaben nach und 148 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,96 Milliarden Aktien 1934 im Plus, 1027 im Minus und 180 unverändert.

Am US-Rentenmarkt lagen die Kurse wenig verändert, weil es viele Anleger an die Aktienbörsen zog. Die zehnjährigen Staatsanleihen traten auf der Stelle mit 99-10/32. Sie rentierten mit 2,33 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen 5/32 auf 99-27/32 und hatten eine Rendite von 2,76 Prozent.