Schon bald Betten im Frachtraum: Airbus plant eigenes Servicedeck

 

Ab 2020 sollen Fluggesellschaften Schlafkojen für den Frachtraum von Airbus-Flugzeugen bestellen können. (Bild: Airbus)

Airbus will das Unterdeck seiner Flugzeuge in Zukunft anders nutzen: Schon ab 2020 sollen Fluglinien auch Flugzeugtypen kaufen können, deren Frachtraum für Betten, Aufenthaltsräume und Servicebereiche genutzt werden kann.

Airbus arbeitet an einer Neugestaltung des Frachtraums seiner Flugzeuge – zusammen mit Zodiac Aerospace, das dem französischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern Safran gehört. Schon bald sollen in Flugzeugen vom Typus A330 Schlafplätze im Unterdeck bereitstehen. Das teilten die beiden Unternehmen auf der Aircraft Interiors Expo in der Messe Hamburg mit, die dieser Tage stattfindet. Die australische nationale Fluggesellschaft Qantas Airways hat bereits Interesse bekundet.

Konkret plant das Unternehmen das Angebot für Langstreckenflüge, und das schon ab 2020. Indem die Modularbauweise angewandt wird, bleibt der Frachtraum flexibel einsetzbar, um ihn auch weiterhin ganz regulär für Frachtcontainer nutzen zu können. Der CEO von Qantas, Alan Joyce, stellt noch weitere Überlegungen an: Das Unterdeck könnte auch als Fitnessbereich eingesetzt werden.

Airbus veröffentlichte bereits Skizzen von anderen Ideen: Darauf ist der Frachtraum mal als Konferenzraum, Aufenthaltsraum, als Spielplatz für Kinder oder als Arztzimmer zu sehen.

Im Airbus A350-900 haben 325 Passagiere Platz. Der Unterflurfrachtraum der Flugzeuge soll demnächst auch für Schlafplätze genutzt werden. (Bild: AP Photo/Joseph Nair)

Die Fluggesellschaft Lufthansa hat einen Teil der Service-Einrichtungen, wie Waschräume und Bordküchen, in ihren Airbus-Flugzeugen vom Typ A340-600 bereits in den Frachtraum verlagert. Nun soll eventuell auch der Typ A350-1000, das längste der Airbus-Flugzeuge, mit einem Servicedeck ausgestattet werden, um mehr Sitzplätze in der Passagierkabine zu schaffen. Derzeit gibt es in einem Airbus A350-1000 Platz für 366 Passagiere. Diese Zahl soll aber in Richtung 400 Sitzplätze gesteigert werden.

Ein eigenes Servicedeck würde auch für Passagiere und Bordpersonal Vorteile bringen: Fluggäste müssten nicht mehr neben den Toiletten oder der Bordküche sitzen und das Bordpersonal hätte größere Arbeitsflächen.