Schon 1996 hat Steve Jobs das größte Dilemma der Auto-Industrie vorausgesagt

John Stanley Hunter

Haben große deutsche Autohersteller still und heimlich Preise und Technologien abgesprochen? Dieser Verdacht steht seit dem Wochenende im Raum. „Der Spiegel“ hatte berichtet, dass sich die fünf führenden deutschen Automarken — VW, Audi, Porsche, BMW und Mercedes-Benz — seit den 90er-Jahren in geheimen Zirkeln auf die Technik ihrer Fahrzeuge, über Kosten, Zulieferer, Märkte und Strategien geeinigt hätten.

Der Journalist Richard Gutjahr hat ein altes Interview von Apple-Gründer Steve Jobs gefunden, in dem er über die Monopolstellung großer Firmen wie Pepsi oder IBM spricht. Gutjahr meint, Jobs Argumente ließen sich auch auf die aktuelle Situation der deutschen Autoindustrie übertragen.

Es bringe Unternehmen in Monopolstrukturen nichts, ihre Produkte weiterzuentwickeln, vielmehr seien hier die Mitarbeiter aus den Marketing- und Vertriebsabteilungen gefragt. Jobs spricht davon, dass in Monopolstrukturen die Mitarbeiter in diesen Abteilungen den Erfolg des Unternehmens vielmehr beeinflussen würden als beispielsweise Produktentwickler.

Da die Marketingexperten mehr Einfluss haben, seien diese auch diejenigen, die befördert werden und über kurz oder lang das Unternehmen führen, so Jobs. Für Unternehmen wie Pepsi sei das vielleicht aktzeptabel, weil das Unternehmen sein Produkt nicht weiterentwickeln müsse. Kritisch sah Jobs die Entwicklung jedoch bei Tech-Unternehmen.

Langfristig führe das dazu, dass Produktentwickler aus den Entscheidungsprozessen der Unternehmen rausgehalten werden, „und die Unternehmen vergessen, wie man großartige Produkte entwickelt. Genau die Genialität, die sie so erfolgreich gemacht hat, wird ausgerottet“, so der Apple-Gründer.

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