Schon 15 Prozent der Kleinkinder in Deutschland haben Karies

Mundhygiene ist wichtig

Schon Milchzähne können von Karies betroffen sein: Zwar geht der Kariesbefall bei Kindern in Deutschland insgesamt zurück, allerdings haben nach wie vor 15 Prozent der unter Dreijährigen Karies, wie Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), am Freitag in Berlin anlässlich des Tags der Zahngesundheit erklärte. Besonders Familien in sozial schwierigen Lebenslagen seien betroffen.

Wie wichtig Milchzähne für die gesunde Entwicklung eines Kinds sind, werde nach wie vor unterschätzt, warnten die Zahnmediziner. Dabei entschieden gesunde Milchzähne unter anderem darüber, ob ein Kind altersgerecht an Gewicht zunehme, ob es richtig sprechen lerne oder ob es aufgrund seines Aussehens ausgegrenzt werde.

Ursachen für die sogenannte frühkindliche Karies sind übermäßiges Trinken von zucker- und säurehaltigen Getränken, zum Beispiel aus Saugerflaschen, und eine mangelnde Mundhygiene. Werden die betroffenen Milchzähne nicht behandelt, kann dies neben Zahnschmerzen, Fisteln oder Abszessen auch zum vorzeitigen Zahnausfall führen. Auch entwickelten die betroffenen Kinder mehr Karies an den zweiten Zähnen.

Christian Splieth von der Universität Greifswald kritisierte, dass der Fluoridgehalt der Kinderzahnpasta in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern niedrig sei. Fluoride sind ein wesentlicher Bestandteil zur Vorbeugung von Karies.

Nötig sind Splieth zufolge auch deutlich frühere Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt. Prophylaxeleistungen vom ersten Zahn an müssten künftig in der zahnärztlichen Regelversorgung erstattet werden.

"Nur wenn wir uns bei den Milchzähnen die gleiche Mühe geben wie bei den bleibenden Zähnen, können viele Extraktionen bei kleinen Kindern vermieden werden", erklärte der Experte. Der Tag der Zahngesundheit am 25. September steht in diesem Jahr unter dem Motto "Gesund beginnt im Mund ? Gemeinsam für starke Milchzähne".