Scholz: Papst Benedikt war für Deutschland "ein besonderer Kirchenführer"

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat zum Tod des emeritierten Papstes Benedikt XVI. dessen Bedeutung für Deutschland hervorgehoben. "Als 'deutscher' Papst war Benedikt XVI. für viele nicht nur hierzulande ein besonderer Kirchenführer", erklärte Scholz am Samstag im Onlinedienst Twitter. "Die Welt verliert eine prägende Figur der katholischen Kirche, eine streitbare Persönlichkeit und einen klugen Theologen."

Nach Angaben eines Vatikansprechers war der aus Bayern stammende Benedikt XVI. am Samstag um 09.34 im Alter von 95 Jahren in einer Residenz im früheren Kloster Mater Ecclesiae in den Vatikanischen Gärten gestorben. Er war im Februar 2013 in einem höchst ungewöhnlichen Schritt aus gesundheitlichen Gründen vom Amt des Papstes zurückgetreten. Mit seinem Amtsverzicht schrieb er Kirchengeschichte: Benedikt war der erste Papst seit 1415, der das Amt als Oberhaupt der katholischen Kirche abgab.

Vor einigen Tagen hatte sich sein Gesundheitszustand stark verschlechtert. Am Mittwoch hatte Papst Franziskus um Gebete für seinen "sehr kranken" Vorgänger gebeten. "Meine Gedanken sind bei Papst Franziskus", schrieb nun Bundeskanzler Scholz.

Weitere Mitglieder der Bundesregierung brachten ihre Trauer zum Ausdruck. Der Tod des Ex-Papstes sei "ein schmerzhafter Verlust für Katholikinnen und Katholiken weltweit", erklärte Innenministerin Nancy Faeser (SPD). "Meine Gedanken sind bei allen, die mit ihm einen Menschen verloren haben, der ihnen und ihrem Glauben Kraft und Stimme gegeben hat." Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) bezeichnete den verstorbenen Theologen als "geschichtsträchtige Persönlichkeit und einen nicht unumstrittenen Intellektuellen".

CDU-Chef Friedrich Merz bescheinigte dem deutschen Papst, in seinem Heimatland "eine neue Hinwendung zur katholischen Kirche über alle Generationen hinweg" ausgelöst zu haben. "Wir verneigen uns in Trauer und Dankbarkeit vor dem Lebenswerk des Heiligen Vaters Papst Benedikt XVI.."

pe/ran