Scholz und Bas rufen zu Solidarität in Corona-Krise auf

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Bundeskanzler Olaf Scholz (AFP/Bernd von Jutrczenka)

Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (beide SPD) haben zum Jahreswechsel die Bevölkerung zur Solidarität angesichts der Corona-Pandemie aufgerufen. Scholz forderte zudem insbesondere alle Ungeimpften nachdrücklich auf, die Impfung nun rasch nachzuholen. "Jetzt kommt es auf Tempo an. Wir müssen schneller sein als das Virus" sagte er in seiner vorab aufgezeichneten ersten Neujahrsansprache.

Seine Bitte sei: "Machen Sie gleich in den nächsten Tagen einen Termin bei einem Impfzentrum, bei einem Arzt oder einer Ärztin", sagte der Bundeskanzler. Wer geimpft sei, solle sich baldmöglichst boostern lassen. Scholz forderte auch alle Bürgerinnen und Bürger auf, die geltenden Schutzmaßnahmen einzuhalten, gerade mit Blick auf die sich rasch ausbreitende Omikron-Variante des Coronavirus: "Bitte nehmen Sie diese Beschränkungen sehr ernst. Zu Ihrem Schutz, zum Schutz Ihrer Familien. Zum Schutz von uns allen."

Scholz räumte ein, dass die unterschiedlichen Meinungen und Einschätzungen zu Corona "oft anstrengend" seien. Es gebe aber keine Spaltung der Gesellschaft. Vielmehr beobachte er "eine riesige Solidarität", "überwältigende Hilfsbereitschaft" und "ein neues Zusammenrücken und Unterhaken".

Bas rief dazu auf, ungeachtet unterschiedlicher Ansichten zum Umgang mit der Pandemie einander "ohne Empörung und erhobenen Zeigefinger" zu begegnen. "Mein Wunsch ist es, dass wir als Gesellschaft wieder zu der Solidarität und Verbundenheit zurückfinden, die uns zu Beginn der Pandemie so enorm geholfen und gutgetan hat", sagte Bas der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

Vorsichtig äußerte sie sich zu einer allgemeinen Corona-Impfpflicht. Man solle hier "nichts übers Knie brechen", sagte sie der "NOZ". Immerhin gehe es hier auch um die körperliche Unversehrtheit der Menschen, "das gilt es ernst zu nehmen". Als Voraussetzung für eine Impfpflicht nannte Bas zudem ein nationales Impfregister.

Intensivmediziner forderten angesichts der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante ein bundesweit einheitliches Warnsystem. "Wir brauchen jetzt schnell ein bundesweit einheitliches Ampelsystem", sagte der Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Christian Karagiannidis, der "Rheinischen Post". Auf dessen Grundlage sollten wenn nötig Verschärfungen der Schutzmaßnahmen erfolgen.

Der Präsident des Lehrerverbands, Hans-Peter Meidinger, warnte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe davor, Schulen von möglichen neuen Kontaktbeschränkungen auszunehmen. Eine "eng begrenzte Distanzunterrichtsphase nach den Ferien" sei aus seiner Sicht besser, "als dann das restliche Schuljahr mit ständigen Einschränkungen, Infektionsausbrüchen und Quarantänemaßnahmen leben zu müssen".

Gegen Erwägungen, die Quarantäne bei Omikron-Fällen zu verkürzen, wandte sich der Vorstandschef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. "Ein flächendeckender Einsatz von infizierten symptomlosen Mitarbeitern in der kritischen Infrastruktur ist ein zu hohes Risiko", sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Dagegen sagte Ärzte-Präsident Klaus Reinhardt dem Berliner "Tagesspiegel", er halte eine kürzere Quarantäne bei symptomlosen Omikron-Infizierten für vertretbar.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen stieg die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen im Tagesvergleich von 207,4 auf nun 214,9 an. Binnen 24 Stunden wurden 41.270 Neuinfektionen verzeichnet. Wegen Meldeverzögerungen aufgrund der Feiertage gehen RKI und Bundesregierung davon aus, dass die tatsächlichen Infektionswerte höher liegen.

bk/jes

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