Scholz in Afrika: Beziehungen mit Nigeria weiter vertiefen

ABUJA (dpa-AFX) -Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will Deutschlands Beziehungen mit Nigeria weiter vertiefen. Afrikas bevölkerungsreichstes Land sei "ein wichtiger Markt und Partner für die deutsche Wirtschaft", sagte Scholz während seiner Afrika-Reise am Montag in der nigerianischen Hauptstadt Abuja. Vergangenes Jahr habe sich Deutschlands Handelsvolumen mit Nigeria um 50 Prozent auf drei Milliarden Euro erhöht. "Da geht noch mehr", sagte Scholz.

Auch wolle Deutschland im Sicherheitssektor enger mit dem westafrikanischen Land zusammenarbeiten. Deutschlands Unterstützung des nigerianischen Militärs und der Polizei im Kampf gegen islamistische Terrorgruppen solle weiter ausgebaut werden, so Scholz. Die Länder in der Sahel-Zone, zu denen auch Nigeria gehört, werden seit Jahren von Terrorgruppen heimgesucht, die blutige Anschläge gegen Zivilisten verüben und zunehmend Territorium kontrollieren.

Der Kanzler war mit dem nigerianischen Präsidenten Bola Tinubu zusammengetroffen. Thema war auch eine Energiepartnerschaft, bei der es vor allem um den Ausbau erneuerbarer Energien wie Flüssiggas und Wasserstoff geht. "Ich denke, es ist wichtig, dass wir die Kapazitäten nutzen, die es auf dieser Welt gibt", sagte Scholz. Man müsse "sehr intensiv daran arbeiten, die Produktion überall auf der Welt zu diversifizieren, vor allem dort, wo es solche Ressourcen gibt wie in Nigeria."

Zudem hat sich die Bundesregierung vorgenommen, Migrationsabkommen mit Ländern wie Nigeria abzuschließen. Nigeria zählt zu den Hauptherkunftsländern von afrikanischen Asylbewerbern in Deutschland. Die Anerkennungsquote ist aber vergleichsweise gering. Die Abkommen sollen eine Rückführung von Menschen erleichtern, die kein Bleiberecht in Deutschland haben. Gleichzeitig soll die Einwanderung von Fachkräften gefördert werden. Beides gehe "nur in enger Kooperation miteinander", sagte Scholz. Tinubu erklärte, Nigeria werde keine Bedingungen für die Rücknahme von Migranten stellen.

Nigeria ist das wirtschaftsstärkste und mit mehr als 220 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land Afrikas. Am Montagabend reist Scholz nach Ghana weiter, der zweiten und letzten Station seiner dreitägigen Reise.