Schockierendes Handyvideo: Wenn der deutsche Judenhass die Maske fallen lässt

Tobias Huch
Journalist und Englandkorrespondent
Der aggressive Antisemit beschimpfte den jüdischen Restaurantbesitzer mehrere Minuten lang (Bild: Screenshot)

Der jüdische Restaurantbesitzer in Berlin Yorai Feinberg musste gestern am eigenen Leib erfahren, wie sicher sich deutsche Judenhasser nach den letzten antisemitischen Demonstrationen fühlen. Vor seinem Restaurant kam ein 60-jähriger Mann auf ihn zu und beschimpfte ihn auf das Übelste. Eine Freundin Feinbergs nahm geistesgegenwärtig die darauffolgenden Szenen mit ihrem Smartphone auf und lieferte so einen schockierenden Einblick in den Hass und das Selbstbewusstsein deutscher Antisemiten.

Das Video selbst ging auf Facebook viral und wurde tausendfach geteilt, bis Facebook es überraschend löschte. Auf den Facebook-Seiten anderer Nutzer wurde das Video jedoch parallel ebenso hochgeladen und erreichte bis zum heutigen Zeitpunkt schätzungsweise mehr als zwei Millionen Abrufe.

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Es ist die offene Volksverhetzung, die viele bei dem Video sprachlos werden lässt. So lobt der Täter den Holocaust an den Juden und fordert gleichzeitig einen neuen. Er verlangt von Feinberg, Deutschland zu verlassen und nach “Palästina” zu gehen – wobei er zugleich den Juden das Recht abspricht, dort zu leben. Das 6-minütige Video trieft geradezu von Hass und Volksverhetzung.

Glücklicherweise wurde eine Polizeistreife auf die Situation aufmerksam und konnte Schlimmeres, wie etwa einen körperlichen Angriff, verhindern. Nach dem Ende der Filmaufnahme und einem Platzverweis durch die Polizei ging der Streit weiter, der Antisemit musste schließlich aufgrund seiner Aggressivität gewaltsam von vier Beamten zu Boden gebracht werden. Der mutmaßlich alkoholisierte Judenhasser wurde vorläufig festgenommen und in die Gefangenensammelstelle verbracht.

Wie der polizeiliche Staatsschutz Berlin gestern mitteilte, wird gegen den 60-jährigen wegen Volksverhetzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Am heutigen Tage will der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff Feinbergs Restaurant besuchen, um den Vorfall zu besprechen und Solidarität zu bekunden.

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Dieser öffentliche Vorfall und auch hunderte Kommentare unter diversen Beiträgen auf Facebook zeigen aber eines sehr genau: Judenhass ist weiterhin ein großes Problem in der deutschen Gesellschaft und kein alleiniger Reimport durch islamistische Hassprediger und arabische Minderwertigkeitskomplexe. Der Unterschied zwischen beiden Phänomenen besteht nur darin, dass sich der urdeutsche Antisemit sonst besser tarnt.