Schockierende Aufnahmen: Trump gibt zu, Melania öffentlich begrapscht zu haben

Donald Trump mit seiner dritten Ehefrau und First Lady Melania. (Bild: AP Photo/Carolyn Kaster)

Neu veröffentlichte Gesprächsaufnahmen geben den Sexismus-Vorwürfen gegenüber dem US-Präsidenten Donald Trump neues Feuer.

Dass das Frauenbild von US-Präsident Donald Trump nicht unbedingt progressiv ist, wurde medial während seiner Präsidentschaftskandidatur umfassend diskutiert. Auch Radiomoderator Howard Stern machte seine Erfahrungen mit dem umstrittenen Milliardär öffentlich. In den 1990er- und 2000er-Jahren war der heutige US-Präsident oft zu Gast in der Radioshow des US-Kultmoderators, sprach – damals angeblich noch ohne politische Ambitionen – frei von der Leber weg über sexuelle Errungenschaften. Nun tauchten Aufzeichnungen der Gespräche auf, in denen Trump unter anderem damit prahlt, wie er seine Frau Melania in aller Öffentlichkeit begrapschte.

„Hast du sie jemals in der Öffentlichkeit angefasst“, fragt Moderator Stern Trump. Dessen Antwort: „Ja! Ich habe ein sehr gutes Benehmen. Meistens bin ich unten in der Mitte.“ Schon 1999 erzählte Trump – so berichtet die „Washington Post“ – derart von Melania. Er habe ein Model aus Österreich kennengelernt (Melania stammt allerdings aus Slowenien). Ihre Eigenschaften? Sie habe keine Zellulite, so Trump. „Ist es nicht schön, wenn jemand dieses Wort gar nicht kennt?“ Auch über seine Ex-Frau Ivanka ließ er sich aus. Er nannte ihren tschechischen Akzent „fürchterlich“: „Ich kann ihn nicht ausstehen.“

Trump prahlt mit seiner Männlichkeit

In einem anderen Gespräch prahlte Trump damit, mit „den Größten [Frauen] der Geschichte“ geschlafen zu haben. Als Stern ihn fragte, ob er denn Tests zu Geschlechtskrankheiten von seinen Sexualpartnern verlange, antwortete dieser: „Mir gehören 25 Prozent von Goodyear Reifen und Gummi“. Und meint damit wohl, genug Präservative vorrätig zu haben.

Radiomoderator Howard Stern und Donald Trump im Jahr 2000. (Bild: AP Photo/Louis Lanzano)

In eine ähnliche Kerbe schlug er mit einer Behauptung bezüglich der verstorbenen Prinzessin von Wales, Lady Di. Diese hätte er mit Sicherheit ins Bett bekommen, erzählte Trump im Jahr 1997 – nur kurz nach ihrem tragischen Unfalltod. Auch auf die scherzhafte Frage, ob er von ihr einen HIV-Test verlangt hätte, stieg er ein: „Komm in meinen Lexus, ich habe einen neuen Arzt“, scherzte er. Auch eine Bewertung ihres Aussehens gab er ab: Zwar hätte sie „Zeiten gehabt, in denen sie nicht toll aussah“, trotzdem sei sie aber meistens „supermodelschön“ gewesen. Britney Spears und Beyoncé wurden ebenfalls thematisiert.

„Das wurde nie geheim gehalten. Das ist einfach Trump, wie er ist. Er war immer bombastisch. Er hat Frauen immer beurteilt. Er hat immer auf eine misogyne, sexistische Art gesprochen, aber hat es stolz und öffentlich gemacht; und er hat trotzdem die republikanischen Vorwahlen gewonnen. Auf gewisse Weise bin ich immer sehr stolz, wenn ich ein Interview mache und die Persönlichkeit der Leute rauskommt“, erklärte Howard Stern letztes Jahr in seiner Radiosendung.

Stern sprach sich gegen eine Veröffentlichung der Tapes aus

Stern selbst sprach sich 2015 dagegen aus, die Aufnahmen öffentlich zugänglich zu machen, wie „The Independent“ berichtet: „Ich habe das Gefühl, dass Donald Trump bei der Show mitmachte, um unterhaltsam rüberzukommen und mit uns Spaß zu haben, und ich denke, es wäre ein Betrug an jedem unserer Gäste, wenn ich mich jetzt hinsetzen und sie jetzt abspielen würde, wo die Leute ihn attackieren“, so Stern – der im Wahlkampf ein bekennender Unterstützer von Hillary Clinton war.

Trump sagte im Nachhinein: „Ich habe nie vorgehabt, mich zur Wahl zu stellen oder Politiker zu werden, also konnte ich Spaß mit Howard im Radio haben und jeder liebte es. Jeder liebt es“, zitiert die „Washington Post“ den US-Präsidenten im vergangenen Jahr.

Irgendwann wurde aber sogar er vorsichtiger: 2015 wurde er von Stern in der Sendung dazu aufgefordert, das Aussehen der ehemaligen „Fox News“-Moderatorin Megyn Kelly zu beurteilen. „Naja, weißt du, früher hätte ich damit kein Problem gehabt und die Frage beantwortet, heute muss ich da passen“, so Trump.

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