„Schockierend und unmenschlich“: Schlepper zwingen erneut Hunderte Flüchtlinge ins Meer

Der Altersdurchschnitt der Bootsflüchtlinge im Jemen liegt bei 16 Jahren.

Den Helfern bot sich ein Bild des Grauens. Mitarbeiter der Internationalen Organisation für Migration (IOM) waren auf einer Routinekontrolle unterwegs, als sie an einem Strand in der jemenitischen Provinz Schabwa auf fast drei Dutzend flache Gräber stießen. Mindestens 29 Menschen waren dort wenige Stunden zuvor verscharrt worden, darunter viele Frauen und Minderjährige. Sie hatten vom Horn von Afrika aus den Golf von Aden auf einem Boot überquert, zusammen mit rund hundert anderen Menschen. Kurz vor der Küste stieß sie der Schleuser, dem sie sich anvertraut hatten, ins Meer, weil er fürchtete, entdeckt zu werden.

Die Flüchtlinge kamen aus Somalia und Äthiopien und waren auf der Suche nach einem besseren Leben – ausgerechnet in einem der ärmsten Länder der Welt, in dem seit Jahren Krieg herrscht. Einige der Überlebenden der Katastrophe, die die Toten notdürftig beigesetzt hatten, erzählten den Mitarbeitern der IOM, was sich auf dem Boot zugetragen hatte. Ihren Angaben zufolge lag der Altersdurchschnitt der Passagiere bei etwa 16 Jahren.

Der Menschenhändler selbst drehte laut ihren Erzählungen sofort wieder um Richtung Somalia, um die nächste menschliche Fracht zu holen. „Das ist schockierend und unmenschlich“, sagt Laurent de Boeck, der Leiter der IOM-Mission im Jemen. Die Organisation hat ihren Sitz in Genf und ist den Vereinten Nationen angegliedert. Kaum 24 Stunden später kam es zu einem ähnlich brutalen Vorfall, Schlepper drängten vor der Küste des Jemen erneut fast 180 Menschen von Bord, bis...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung