Schock-Video: So müssen wilde Tiere für Selfies mit Touristen leiden

Faultiere sind für Holzfäller leichte Beute. Sie können weder fliehen noch sich verteidigen. (Bild: ddp Images)

Ein Selfie mit einem Faultier, wer sagt da schon Nein? Denn die langsamen Tierchen sehen ja einfach zu niedlich aus. Ein Undercover-Video der NGO „World Animal Protection“ zeigt nun, wie grausam die Tiere gefangen werden, um für Touristen-Selfies herzuhalten.

Das Video, das die „World Animal Protection“ auf YouTube veröffentlichte, ist erschütternd. Es zeigt, wie Männer in der Nähe der peruanischen Stadt Iquitos ein Faultier fangen und es dafür über 30 Meter in die Tiefe fallen lassen. Mit einer Axt fällen sie den Baum, auf dem das Tier sitzt und sich panisch festhält. Nach dem Sturz, den das Faultier wie durch ein Wunder überlebt hat, wird es in einen Sack gesteckt und anschließend für 13 US-Dollar verkauft.

Faultiere, die von Holzfällern illegal gefangen werden, werden oft auf Märkten verkauft und weitergehandelt. Sie dienen der Unterhaltung für Touristen und müssen für Selfies herhalten.

Steve McIvor, CEO der „World Animal Protection“, kennt die Umstände genau, unter denen die Tiere gehalten werden: „Wir wissen, dass die aus der Wildnis gestohlenen Tiere in dreckigen, engen Verhältnissen leben und immer wieder mit Nahrung gelockt werden. Dadurch erleiden sie starke psychologische Traumata. Es ist so absurd, dass dies nur dazu dient, den Hype um Wildlife-Selfies weiter anzuheizen. Die meisten Touristen lieben die Tiere ja und sind sich gar nicht darüber im Klaren, wie furchtbar sie behandelt werden und welche abscheulichen Dinge sie aushalten müssen. Nur, um dieses eine ganz besondere Souvenir-Selfie abzuliefern.“

Männliche Faultiere leben normalerweise ihr Leben lang auf demselben Baum. Weibliche Faultiere wechseln den Baum, um ihn für den Nachwuchs freizugeben. (Bild: ddp Images)

Schätzungsweise 80 Prozent des peruanischen Holzexports entstehen durch illegale Abholzung. Viele der Holzfäller verdienen sich mit dem Verkauf der gefangenen Tiere etwas dazu. Um das Problem zu lösen, fordert die „World Animal Protection“ von der Regierung, die Gesetze besser durchzusetzen und zu garantieren, dass sich die Reise- und Touristenunternehmen auch daran halten.

Auch jeder Tourist kann etwas für den Weiterbestand wilder Tiere tun: Lassen Sie sich nicht auf Selfie-Angebote mit Tieren ein. Wer sich außerdem auf der Website der Organisation dem sogenannten „Wildlife-Selfie-Code“ verpflichtet, versichert, nur dann Bilder mit wilden Tieren zu machen, wenn diese sich in sicherem Abstand und in ihrer natürlichen Umgebung befinden. Eigentlich ganz einfach – und viel authentischer.