Schnittstelle beim Glasfaser-Ausbau: ADVA Optical Networking

Benedikt Kaufmann
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Schnittstelle beim Glasfaser-Ausbau: ADVA Optical Networking

Selbstfahrendes Auto, hochauflösendes Videostreaming oder Cloud-Computing. Die großen digitalen Trends haben eines gemeinsam: Sie sind auf eine schnelle Datenverbindung angewiesen. Eine wichtige Schnittstelle für mehr Bandbreite liefert dabei Adva Optical Networking.

ADVA – Die Schnittstelle

Ohne die passenden Schnittstellen und Signale bringen jedoch auch schnelle Glasfaserleitungen nichts. Hier kommt ADVA Optical Networking ins Spiel. Die deutsche Firma bietet WDM- und Netzzugangslösungen an. Die WDM-Technik ermöglicht es, dass eine Glasfaserleitung durch unterschiedliche Stellen gleichzeitig genutzt wird. Jeder Station wird dabei eine bestimmte Farbe (Wellenlänge) zugewiesen, über die die Kommunikation mit der Gegenstelle erfolgt.

Damit ist ADVA in einem attraktiven Markt tätig. Laut den Marktforschern von Ovum wächst der Gesamtmarkt für WDM-Ausrüstung und Netzzugangslösungen bis 2021 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von fünf Prozent bis zu einem Gesamtvolumen von 16 Milliarden Dollar an. Dennoch erwirtschaftete der deutsche Konzern im vergangenen Jahr keine Umsatzzuwächse – vielmehr schrumpften die Erlöse um neun Prozent gegenüber 2016 auf 515 Millionen Euro.

Quelle: ADVA Optical Networking – Geschäftsbericht 2017

Doch nicht nur der Preiskampf im Markt setzte ADVA 2017 zu. Besonders negativ wirkte sich der Wegfall zweier Großkunden aus. Betrachtet man jedoch das letzte Quartal des vergangenen Jahres, wird deutlich, dass es dem Netzwerkausrüster zügig gelang, auf den Wegfall zu reagieren. Im vierten Quartal stiegen die Umsätze gegenüber dem Vorjahresquartal um sechs Prozent an. Hierfür ist nicht zuletzt die Übernahme des Wettbewerbers MRV Communications und von dessen Kunden verantwortlich. Für das laufende Geschäftsjahr 2018 erwarten Analysten ein Umsatzwachstum von neun Prozent auf 559 Millionen Euro. Nach dem empfindlichen Wegfall der Großaufträge hätte ADVA damit den Turnaround geschafft.

Günstige Bewertung

Für eine Turnaround-Aktie ist ADVA günstig bewertet. Das 2018er-KGV von 15 liegt weit hinter der Peergroup aus Cisco, Ciena und Infinera zurück. Im Vergleich zu den großen Playern wächst der deutsche Konzern zudem schneller und hält dabei den Verschuldungsgrad auf einem niedrigen Niveau von 43 Prozent des Eigenkapitals. Ein weiteres Argument für das Papier von ADVA: Der Netzwerkausrüster ist das einzige deutsche Unternehmen, das weltweit im Optischen Netzwerkmarkt tätig ist. Das gibt Anlegern die Chance, ohne negative Währungseffekte durch den schwachen Dollar auf einen globalen Tech-Trend zu setzen.

Auch charttechnisch bahnt sich der Turnaround an: Die ADVA-Aktie hat seit Erreichen des 52-Wochen-Tiefs bei 4,22 Euro einen neuen mittelfristigen Aufwärtstrend ausgebildet. Kurz- und Langfristig bleiben jedoch Abwärtstrends vorherrschend. Im Bereich von 5,35 Euro schloss die Aktie nun das Gap vom November und konnte sich trotz des schwachen Gesamtmarktes auf diesem Niveau halten. Im Bereich 3,35 Euro verläuft auch der mittelfristige Aufwärtstrend. Anleger lassen die Aktie entlang dieses Trends laufen. DER AKTIONÄR behält das Kursziel von 10,00 Euro bei.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus DER AKTIONÄR 12/2018. Hier geht es zur vollständigen Ausgabe.

Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß §34b WpHG: Der Autor hält Positionen an ADVA Optical Networking, die von einer etwaigen aus der Publikation resultierenden Kursentwicklung profitieren.