Schnelles Jahresanfangs-Rebalancing

Stefanie Kühn
Finanzexpertin Yahoo Finanzen
Wenn zum Jahresanfang Ihre Kontoauszüge eintrudeln, sollten Sie gleich eine kleine Bilanz aufstellen (Bild: Getty Images)

Nun trudeln nach und nach Konto- und Depotauszüge ein. Statt sie nach einem kurzen Blick darauf nur abzuheften, empfehle ich Ihnen, alle Daten direkt in eine kleine Bilanz einzutragen. Notieren Sie sich – geordnet nach Anlageklassen – Ihre aktuellen Vermögensstände. Die Aufteilung könnte folgendermaßen aussehen:

  • Tagesgelder/Liquidität (Denken Sie auch Bargeldbestände)
  • Festgelder (Notieren Sie diese gleich nach Laufzeit geordnet)
  • Aktienbasierte Anlagen
  • Immobilien (Bringen Sie Schuldenstände zum Abzug)
  • Beteiligungen (Bewertung oft schwierig. Zweitmarktportale geben eventuell Auskunft)
  • Gold und Silber
  • Bitcoin und Co.

Setzen Sie die jeweiligen Summen dann ins Verhältnis zum Gesamtvermögen und schon kennen Sie Ihre Quoten.

Es kann sein, dass Sie erschrecken. Die Aktienquoten sind bei vielen in die Höhe geschossen. Die niedrigen Zinsen haben dazu verführt, mehr und mehr in diesem Bereich anzulegen. Oder Sie stellen fest, dass Sie viel zu wenig in Aktien angelegt haben und dafür zu viel Liquidität halten.

Vielleicht wissen Sie noch, welche Aktienquote Sie ursprünglich geplant hatten. Nehmen wir an, es waren 25%. Durch die gute Entwicklung der Aktienmärkte und eine Einmalinvestition in 2015 liegen Sie nun bei 30%. Dann ist es Zeit, das aktienbasierte Vermögen zu verringern, um wieder 25% zu halten. Auch wenn Ihnen das vielleicht derzeit widerstrebt (Stichwort: Ich bekomme ja sonst nichts für mein Geld) – nur so verhalten Sie sich leicht antizyklisch. Und denken Sie daran: „An mitgenommenen Gewinnen ist noch niemand gestorben.“

Wenn Sie zu denen gehören, die den Aktienaufschwung bisher weitgehend verpasst haben, bleiben Sie ruhig. Einen Einmaleinstieg in großen Summen finde ich im Jahr neun des Aufschwungs zu riskant. Starten Sie einen Sparplan – das kann auch ein größerer Sparplan sein, mit mehreren Hundert oder Tausend Euro. So kaufen Sie zu unterschiedlichen Kursen ein und müssen sich keine Gedanken machen, ob Ihr Zeitpunkt des Einmalkaufes der optimale ist oder vielleicht rückblickend der Hochpunkt sein wird.