Schnaps zur besseren Verdauung? Alles Unfug!

Über Essen und Ernährung kursieren so viele Mythen, dass man sie schon gar nicht mehr zählen kann. Meist halten sich diese ewig und finden immer wieder Menschen, die dem Gesagten Glauben schenken wollen. So ist es auch mit dem berühmt berüchtigten Verdauungsschnaps, zu dem man gerne greift, wenn man vorher beim Essen besonders zugeschlagen hat. Leider bringt das wohl doch nicht so viel – ganz im Gegenteil …

Absacker nach dem Essen
Der Verdauungsschnaps, auch Digestif genannt, ist so bekannt, dass er sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat. Das Pendant zum Aperitif wird nach der Mahlzeit eingenommen, soll gut für Magen und Darm sein und den Verdauungstrakt ankurbeln. Digestifs sind unter anderem Obstler, klare Spirituosen, Weinbrände, Liköre und Kräuterbitter – für jeden Geschmack ist also etwas dabei.
Über einen Absacker nach dem Essen brauchte man sich lange Zeit keine Gedanken machen, schließlich tat man seinem Körper ja etwas Gutes. Dachte man zumindest …

Verdauungsschnaps hemmt die Magenmuskulatur
Leider ist eher das Gegenteil der Fall: Zwar fühlt sich der Magen nach dem Konsum eines Digestifs entspannter an, das liegt allerdings nur an der betäubenden Wirkung des Alkohols, die das Völlegefühl unterdrückt – was allerdings nicht lange anhält. Stattdessen hemmt der im Schnaps enthaltene Alkohol die Verdauung sogar. Denn genau dieser entspannende Effekt auf die Magenmuskulatur führt dazu, dass sie langsamer arbeitet und das Essen nicht so gut verdaut werden kann.

Alternative zur Verdauungsankurbelung
Was hilft nun aber stattdessen, um nach einer üppigen Mahlzeit das Völlegefühl wieder loszuwerden? Das Wundermittel schlechthin sollen in diesem Fall Spaziergänge sein. Sanfte Bewegungen sind hierbei der Schlüssel. Auf richtigen Sport sollten Sie lieber verzichten, da dabei das Blut in die Muskeln gezogen wird und deshalb dem Verdauungstrakt nicht mehr zur Verfügung steht.

(Foto: Cover Images)