Schnüffelei: Berliner Polizistin forschte Nachbarn aus

Ein Einsatzfahrzeug der Polizei (Symboldbild)

Berlin.  Die Berliner Polizei hat mit einem Fall von Daten-Missbrauch zu kämpfen. Eine Polizistin aus Zehlendorf hat am Polizeicomputer ihre Nachbarschaft ausgeforscht. Das flog nun auf. Wie eine Gerichtssprecherin der Berliner Morgenpost bestätigte, akzeptierte die Frau inzwischen einen Strafbefehl über 120 Tagessätze zu je 50 Euro. Damit muss die Beamtin auch mit beruflichen Konsequenzen rechnen.

Bekannt geworden war die ganze Sache, weil ein Betroffener (Name ist der Redaktion bekannt) Anfang vergangenen Jahres eine anonyme Warnung in seinem Briefkasten hatte. In dem Schreiben stand: "Wir haben mehrmals festgestellt, dass ihr Nachbar illegal ihre Personendaten abfragen lässt". Das sei mindestens seit 2012 der Fall, so der anonyme Hinweisgeber. Ein halbes Jahr später folgte ein weiterer anonymer Hinweis. "Ich konnte das gar nicht richtig glauben. Das hat für mich alles keinen Sinn ergeben", sagt der Betroffene. Er erstattete Ende vergangenen Jahres dennoch Strafanzeige. Das Landeskriminalamt 3 übernahm die Ermittlungen.

Der Berliner Morgenpost liegen Dokumente vor, die zeigen, dass die beschuldigte Polizeikommissarin regelmäßig Daten zu ihren Nachbarn abfragte. Darunter sind Schnellauskünfte zu Personen, erweiterte Meldeauskünfte und Datenbankabgleiche. Ein System ist nicht erkennbar. Die Abfragen erscheinen wahllos. Eine Gemeinsamkeit ist lediglich, dass es sich um Nachbarn aus ihrem Wohnumfeld handelt.

Wohnung der Polizistin durchsucht

In der Behörde hat man die Brisanz des Falles fr...

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