Warum Aubameyang jetzt wieder treffen wird

Christoph Küppers

Am Montagnachmittag ließ sich Pierre-Emerick Aubameyang nichts mehr von den Eskapaden der vergangenen Woche anmerken. Mit neuer Frisur und hochkonzentriert absolvierte der BVB-Stürmer das Abschlusstraining vor dem so wichtigen Champions-League-Spiel gegen Tottenham Hotspur.

Für seine Dortmunder geht es am Dienstagabend (20.45 Uhr im LIVETICKER) um nicht weniger als das internationale Überleben: Mit zwei Punkten rangiert die Borussia punktgleich mit APOEL Nikosia auf dem dritten Rang der Gruppe H. Nur das leicht bessere Torverhältnis spricht aktuell für die Borussia. (SERVICE: Tabelle Champions League)

Selbst das Überwintern in der UEFA Europa League hängt am seidenen Faden.


Zum entscheidenden Faktor soll Aubameyang werden. Trotz Formkrise und den Verfehlungen der vergangenen Wochen ist der Gabuner der Hoffnungsträger der Borussia. Peter Bosz erklärte am Montag, Aubameyang werde "definitiv von Anfang spielen".

Und doch umtreibt alle Beobachter die Frage: Wie reagiert Aubameyang beim Comeback nach seiner neuerlichen Suspendierung?

Zuletzt vier Tore nach Suspendierung

Nicht wenige Schwarzgelbe hoffen, dass der Stürmer genau so furios zurückkehrt wie im November 2016. Damals hatte BVB-Coach Thomas Tuchel Aubameyang nach einem eigentlich untersagten Trip nach Mailand aus dem Kader gestrichen.

Aubameyang musste im Spiel gegen Lissabon pausieren und feierte ein paar Tage gegen Hamburg ein viel umjubeltes Comeback, bei dem der Gabuner vier Tore schoss. Allerdings konnte Aubameyang die Maßnahme damals durchaus nachvollziehen:"Nach Mailand konnte ich die Suspendierung verstehen, weil ich gegen eine Ansage verstoßen habe", erklärte er im Gespräch mit der Bild.

Seiner erneuten Suspendierung (nach verbotenem Video-Dreh und Trainings-Verspätung) begegnete der Gabuner dagegen mit weniger Verständnis: "Ich verstehe es wirklich nicht, wollte nicht zu spät kommen."

Konzentriert im Training

Weil Aubameyang sich nach den Vorfällen vergangener Woche mit Aussagen zurückhält, darf aktuell nur spekuliert werden, wie es aktuell um sein Verhältnis zu Peter Bosz steht. Beim montäglichen Abschlusstraining lauschte der BVB-Toptorjäger dieser Saison (15 Tore in 17 Pflichtspielen) aufmerksam den Worten seines Trainers, setzte alle Anweisungen konzentriert um. Das passt zum Naturell des Gabuners.

Denn trotz kleinerer privater Ausritte und Eskapaden fiel Aubameyang in seinen knapp viereinhalb Dortmunder Jahren auf dem Platz nur äußerst selten negativ auf – nimmt man mal die fehlenden oder sporadischen Defensivleistungen aus.

Oder er reagierte professionell. So wie auch nach einer Geldstrafe, die er für seinen Maskenjubel beim 1:1 im Revierderby im April dieses Jahres aufgebrummt bekam.


"Ich und arrogant? Kommt schon Leute, das ist meine Art zu leben. Ich bin wie ein Kind, das das Fußballspielen genießt", ließ Aubameyang verlauten - und glänzte im Anschluss mit einem Treffer und einer Torvorlage beim 3:0 gegen den HSV.

Mitspieler nicht erfreut

So ist wohl auch an diesem Dienstag gegen Tottenham davon auszugehen, dass sich Aubameyang in den Dienst des Vereins stellen wird und wieder alles für Schwarzgelb gibt.

Damit würde sich der Gabuner übrigens auch einen eigenen Gefallen tun. Nach SPORT1-Informationen wird er nach seinen neuerlichen Verfehlungen im Mannschaftskreis weiter durchaus kritisch beäugt. Nicht nur Fans und Experten, auch die Mitspieler erwarten nun eine Reaktion ihres Topstürmers.