Schmidt drängt EU-Kommission zur Verlängerung der Genehmigung von Glyphosat

Frankreich will bei den Beratungen über das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in Brüssel gegen eine Zulassungsverlängerung eintreten. "Meine Position wird fest sein", sagte Umweltminister Nicolas Hulot

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat die EU-Kommission zur Verlängerung der Genehmigung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat gedrängt. "Es ist vertretbar, Glyphosat anzuwenden", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Freitag. "Das sagen alle wissenschaftlichen Untersuchungen der zuständigen deutschen und europäischen Behörden und das sollte Maßgabe für die Entscheidung sein." Er sehe rechtlich keine Grundlage, die Genehmigung zu verweigern, sagte Schmidt.

Das Herbizid ist hoch umstritten. Nach einer monatelangen Hängepartie hatte die EU-Kommission Ende Juni vergangenen Jahres mangels einer Mehrheit der Mitgliedstaaten für oder gegen Glyphosat die Zulassung vorerst um anderthalb Jahre verlängert. Zum Jahresende läuft die Übergangslösung aus. Im Gespräch ist nun eine Verlängerung um zehn Jahre.

Erst vor wenigen Tagen hatte eine Europäische Bürgerinitiative für das Verbot von Glyphosat nur vier Monate nach ihrem Start die nötige Beteiligung von einer Million Unterstützern erreicht. Protest gegen Glyphosat kommt auch immer wieder von den Grünen, die die Initiative als "wichtigen Erfolg" feierten.

Schmidt sagte der "NOZ", die Politik müsse nach belastbaren Gesichtspunkten entscheiden und dürfe sich nicht von emotionalen Stimmungen leiten lassen.