Schmidt wird zum Bayern-Schreck

Tobias Wiltschek, Martin Volkmar, Stefan Kumberger
Martin Schmidt und Jakub Blaszczykowski bejubeln das Unentschieden bei den Bayern

Die Statistik des VfL Wolfsburg bei den Bayern las sich wie eine Bilanz des Grauens.

In 24 Gastspielen in München kassierten die Niedersachsen 23 Niederlagen. Nur ein einziges Mal - beim 3:3 im Jahr 2001 - hat der VfL in der bayerischen Landeshauptstadt einen Punkt mitnehmen können.

Nun konnten die Wolfsburger beim 2:2 ein zweites Mal zumindest einen Punkt aus München entführen. Ein Erfolg, der vor allem dem neuen Trainer Martin Schmidt zuzuschreiben ist - nicht nur wegen dessen persönlicher Bilanz.

Schmidt holt mehr Punkte als Wolfsburg

Mit vier Punkten holte er in den vergangenen zweieinhalb Jahren als Trainer von Mainz 05 mehr Zähler als die Wolfsburger in ihrer kompletten Bundesliga-Geschichte.


Diesmal zeigte er ihnen, wie man bei den Bayern punkten kann. "In der Pause mussten wir etwas machen. Ich wollte es vorleben und mutig sein", sagte der Schweizer bei Eurosport.

Schmidt entschied sich in der Kabine für einen riskanten Wechsel, indem er Jakub Blaszczykowski für William auf den Platz schickte. Der Pole hatte seit der 0:3-Niederlage zu Saisonbeginn gegen Borussia Dortmund keine Minute mehr gespielt.

In München aber belebte der 31-Jährige sofort das Flügelspiel auf der rechten Seite und fügte sich gleich mit einer gefährliche Flanke ein, bei der Bayern-Verteidiger Mats Hummels in höchster Not klären musste.


Joker Didavi trifft zum Ausgleich 

Der Anschlusstreffer von Maximilian Arnold bestätigte die Gäste in dem Glauben, dass nach 16 Jahren doch endlich mal wieder etwas zu holen ist bei den übermächtig erscheinenden Bayern.

"Das Tor hat uns dann noch mehr Mut gegeben", sagte Schmidt, der das Selbstbewusstsein mit einer erneuten Auswechslung weiter steigerte.

Er brachte den offensiven Mittelfeldspieler Daniel Didavi für den defensiven Ignacio Camacho: für das Team das eindeutige Zeichen, dass noch etwas drin ist gegen die Bayern, die dann doch nicht mehr so dominant waren wie noch in der ersten Halbzeit.

Dass Didavi dann auch noch das Ausgleichstor schoss, war die krönende Pointe auf den ersten Auswärtsauftritt von Schmidt als Trainer der Wolfsburger.

"Es war ein Riesenspiel meiner Mannschaft. Das ist ein Punkt, den Wolfsburg hier noch nicht oft geholt hat", sagte Schmidt, und kein Wolfsburger wird ihm da widersprochen haben.