Schmerzgrenze erreicht: Warum einige Investoren von Technologieaktien eventuell bald entnervt aufgeben könnten!

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Crash
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Kannst du dich noch erinnern? Ich meine an die Monate nach dem Corona-Crash im März 2020. Die Märkte hatten sich damals ganz schnell von ihrem Schock erholt und die Kurse begannen wieder aufwärts zu streben. Vor allem Technologieaktien erlebten eine wahre Rallye.

Deren Notierungen sind teilweise so schnell angestiegen, dass sich wahrscheinlich viele Anleger verwundert die Augen gerieben haben. Doch der Grund für den Höhenflug war eigentlich recht simpel. Bedingt durch die Pandemie erlebte nicht nur der Onlinehandel, sondern viele Bereiche einen wahren Boom.

Viele Angestellte mussten im Homeoffice arbeiten, wodurch beispielsweise Anbieter von Software für Videokonferenzen stark profitierten. Aber auch generell gingen die Kurse vieler Aktien aus dem Technologie- bzw. Softwarebereich regelrecht durch die Decke.

Nicht wenige Investoren sind hier aber leider relativ spät auf den fahrenden Zug mit aufgesprungen. Doch gerade die Kurse der Newcomer aus den damals angesagten Bereichen sind in den letzten Wochen und Monaten teilweise stark zurückgekommen.

Werden aufgrund der Buchverluste einige das Handtuch werfen?

Seit Beginn der Coronakrise sind nicht wenige Technologieaktien aufgetaucht, welche einen regelrechten Hype erlebten. Wer allerdings zu lange mit dem Einstieg gewartet hat, sitzt heute womöglich auf hohen Buchverlusten.

Nehmen wir hier als zwei Beispiele die Aktien von DocuSign (WKN: A2JHLZ) und Zoom Video Communications (WKN: A2PGJ2), die mit minus 55 % (DocuSign) und minus 70 % (Zoom) beide aktuell meilenweit von ihren ehemaligen Höchstständen entfernt sind (Stand 12.01.2022).

Doch wie soll man nun mit den eventuell dicken Minuszeichen umgehen, wenn man tatsächlich vermehrt auf Aktien aus diesem Bereich gesetzt hat? Einige Investoren beginnen schon, Vergleiche mit der Situation um die Jahrtausendwende zu ziehen.

Damals, beim Crash der Technologieaktien im Jahr 2000, kamen auch zu einem nicht unwesentlichen Teil die Newcomer unter die Räder. Viele von diesen Firmen verschwanden ganz einfach von der Bildfläche. Und somit natürlich auch ihre Aktien.

In den einschlägigen Internetforen spricht man sich zwar gegenseitig Mut zu, doch man merkt den Akteuren auch eine gewisse Angst an, dass es mit den Kursen noch weiter in den Keller gehen könnte. Und so würde es mich nicht wundern, wenn nun doch einige Anleger die Nerven verlieren und die Reißleine ziehen.

Man nennt es auch „Erfahrungen sammeln“

An der Börse ist aber meines Erachtens nichts wichtiger als Erfahrung. Denn nur durch sie kann man lernen, gewisse Situationen zu analysieren und entsprechend einzuordnen. Und es ist nun einmal so, dass gerade kurzfristige Trends in der Lage sind, einzelnen Aktien einen unglaublichen Schub zu verleihen.

Meistens wird die Masse der Marktteilnehmer aber erst auf diese Titel aufmerksam, wenn ihre Kurse schon recht stark angestiegen sind. Hier ist also in meinen Augen immer ein wenig Vorsicht geboten. Und wie sich gerade jetzt wieder zeigt, kann dies auch durchaus berechtigt sein.

Es gibt an dieser Stelle leider kein Patentrezept, wie man mit hohen Buchverlusten einzelner Aktien umgehen sollte. Hier muss jeder für sich die für ihn vernünftigste Entscheidung treffen. Wichtig ist meiner Meinung nach nur, jetzt nicht entnervt aufzugeben und der Börse ganz den Rücken zuzukehren.

Es gehören eben auch negative Erfahrungen zum Leben eines Investors dazu. Man sollte sich dadurch aber in keiner Weise entmutigen lassen, sondern gerade diese Erkenntnisse dazu nutzen, sich bei seinen weiteren Investmententscheidungen intelligent lenken zu lassen.

Der Artikel Schmerzgrenze erreicht: Warum einige Investoren von Technologieaktien eventuell bald entnervt aufgeben könnten! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von DocuSign und Zoom Video.

Motley Fool Deutschland 2022

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