Schmadtke: "Hatte nicht vor, Stöger zu feuern“

Reinhard Franke
Jörg Schmadtke (l.) und Peter Stöger arbeiteten bis zu Schmadtkes Aus im fünften gemeinsamen Jahr beim 1. FC Köln

Jörg Schmadtke hat sich nach seinem überraschenden Abschied als Geschäftsführer des 1. FC Köln zu Trainer Peter Stöger geäußert und Gerüchten über die Umstände seiner Trennung widersprochen.

"Ich hatte nicht vor, Peter Stöger zu feuern. Das war kein Thema. Ich habe vom ersten bis zum letzten Tag zu ihm gehalten, da ich von Peter überzeugt bin. Alles andere entspricht nicht der Wahrheit", sagte Schmadtke im Kölner Stadt-Anzeiger und bestätigte damit entsprechende SPORT1-Informationen. 


Andere Medien hatten berichtet, Schmadtke sei mit der Forderung, die Trennung von Stöger angesichts der prekären Tabellensituation und der Dauer-Negativserie zu vollziehen, beim FC-Präsidium auf taube Ohren gestoßen und habe deshalb den Job hingeschmissen.

Dieser Version widersprach allerdings Reiner Calmund, der langjährige Manager und Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, nach einem Gespräch mit Schmadtke bei Sky vehement: "Wenn er nur ansatzweise Zweifel daran gehabt hätte, hätte er den Arm gehoben und Stöger wäre bei allen Verdiensten beurlaubt worden."

Schmadtkes Loyalität zu Stöger führte zur Trennung

Nach SPORT1-Informationen hat dagegen Schmadtkes Loyalität zu Stöger maßgeblich zu der "einvernehmlichen" Trennung geführt.

Der Kölner Aufsichtsrat war nicht mehr gänzlich davon überzeugt, mit Stöger aus der Krise kommen zu können. Schmadtke hingegen vertraute dem Österreicher - und bot in einem Gespräch am Montagnachmittag daher seinen Rücktritt an.


"Er hat signalisiert, dass er bereit wäre, einen Impuls zu geben, um damit möglicherweise beim FC noch etwas zu bewegen. Im Laufe des Gesprächs hat sich dann gezeigt, dass eine Vertragsauflösung die beste Lösung für diese Situation ist", beschrieb Präsident Werner Spinner den Austausch mit Schmadtke.

Der Ex-Geschäftsführer sieht den FC für die Zukunft gewappnet. "Die Strukturen sind gut, der Klub ist finanziell gesund. Die sportliche Situation ist natürlich schwierig", äußerte Schmadtke, "es wird ein langer, nicht einfacher Weg, das weiß ich. Aber der Verein ist gut aufgestellt, und das ist ein Fakt."