Schmadtke: "Werden nicht panisch"

Jörg Schmadtke fordert Geduld mit der Mannschaft von Peter Stöger

Als Jörg Schmadtke zu später Stunde ans Rednerpult trat, brandete in der Kölner Lanxess Arena lauter Applaus auf. Der sportliche Macher des 1. FC Köln genießt bei den Fans spätestens seit der vergangenen Erfolgssaison großes Ansehen, und schnell wurde deutlich: Der Manager hatte etwas zu sagen.

"Ich habe mich in den vergangenen vier Jahren oft gefragt, wie es sein konnte, dass dieser Klub es nicht geschafft hat, auf Dauer in Ruhe zu arbeiten. Ich konnte es nicht nachvollziehen - seit ein paar Wochen verstehe ich das besser", betonte der gebürtige Düsseldorfer.

"Man kann mit vielen Kölnern super feiern, wenn alles läuft. Aber wenn es mal schwierig wird, dann gibt es in dieser Stadt einige, die zünden einem die Füße an, während man dabeisteht."


"Köln kein schwacher Klub"

Als Tabellenletzter steht der FC bereits öffentlich in der Kritik. Die Situation sei ein neue, meinte Schmadtke und die Ziele eines Klubs "sollten realistisch sein, sonst führen sie zu Enttäuschung".

Die Bilanz der letzten Jahre sollte eigentlich reichen, "dass wir uns ein gewisses Vertrauen erarbeitet haben", so der FC-Manager.

In der Tat sprechen die sportliche und auch die wirtschaftliche Bilanz das FC eine eindeutige Sprache: Erstmals seit 25 Jahren spielt der Klub wieder international, und der Umsatz schoss um 22,2 Millionen Euro in die Höhe auf den Rekordwert von 129,2 Millionen Euro.

Was Schmadtke mit seinen mahnenden Worte also meinte: Nur die Ruhe bewahren! Auch wenn es sportlich in den ersten Spielen noch überhaupt nicht läuft.

"Der 1. FC Köln ist kein schwacher Klub. Selbstzerfleischung, Selbstmitleid, Selbstaufgabe sind keine Option", rief der 53-Jährige den Fans zu."Wir stehen auf einem Abstiegsplatz, das ist uns in drei Jahren nicht passiert. Wir brauchen Vertrauen. Wir dürfen uns vor der aktuellen Situation nicht verstecken. Wir müssen da durch."


Schmadtke nimmt Mannschaft in Schutz

Und das ausdrücklich mit den Spielern, die im Vorjahr in den Europacup gestürmt waren.

"Aus diesem Team fehlt im Vergleich zur Vorsaison nur ein einziger Stammspieler", sagte Schmadtke. "Sollen wir dieses Jungs alle wegschicken? Ist das nicht mehr eure Mannschaft?"

Auch den neuen Spielern - unter ihnen Rekordtransfer Jhon Cordoba - traut Schmadtke zu, dem FC sportlich zu helfen. Ihnen diese Qualität nach sechs Spielen abzusprechen, sei "nicht in Ordnung", äußerte er.

Daher erhofft sich Schmadtke auch von den Mitgliedern weiterhin Vertrauen in die eigene Stärke und in die Leistungsfähigkeit der Mannschaft. "Wir tun alles, dass dieser Verein erfolgreich sein kann, weil er uns am Herzen liegt", sagte der Macher.

"Wir schlafen nicht zufrieden ein - wir werden aber auch nicht panisch."