Schlüpfrige Werbung einer Herrenmode-Marke sorgt für hitzige Diskussionen

Style International Redaktion
·Lesedauer: 3 Min.

Die Herrenmode-Marke Suitsupply aus Amsterdam hat im Internet mit einer gewagten Werbekampagne für ihre Frühjahr-/Sommerkollektion 2021eine hitzige Debatte ausgelöst.

Eine neue Werbung der Herrenmode-Marke Suitsupply sorgt für Stirnrunzeln. (Foto: Instagram/Suitsupply)
Eine neue Werbung der Herrenmode-Marke Suitsupply sorgt für Stirnrunzeln. (Foto: Instagram/Suitsupply)

Auf dem Plakat sieht man mehrere überwiegend knapp bekleidete Personen, die ineinander verschlungen aufeinander liegen. Dazu der Text: "The New Normal is Coming" (auf Deutsch: Das neue Normal kommt) und "Get Ready to Get Closer" (auf Deutsch: Macht euch bereit, euch anzunähern)

In Anbetracht der Tatsache, dass ein Großteil Europas, ja der ganzen Welt, immer noch von der anhaltenden Coronavirus-Pandemie betroffen ist, wären Gesundheitsexperten von der Werbung wahrscheinlich entsetzt. Diese empfehlen nämlich weiterhin soziale Distanzierung und das Tragen von Gesichtsmasken.

Unterschiedliche Meinungen auf Instagram

Auch manche Instagram-User wiesen daraufhin: "Sie tragen keine Masken."

Ein paar bezeichneten die Fotos als "lodernd heiß" und "schockierend schön".“

Und jemand anderes scherzte: "Also was diesen Anzug angeht, funktioniert der so wie beworben?"

"Ich möchte das alte Normal zurück!", war die Antwort einer anderen Person.

Und jemand Drittes schrieb: "Hat mich fast dazu gebracht, einen Anzug zu kaufen, den ich für mindestens ein weiteres Jahr nicht tragen werde."

Zahlreiche Leute gestanden, sie seien von der Werbebotschaft verwirrt und wüssten nicht, wer genau die Zielgruppe für die Kampagne sein solle.

"Wer genau ist eure Zielgruppe mit dieser Kampagne, wenn ich fragen darf?", lautete ein Kommentar und jemand anderes schrieb: "Ich kapier es nicht. Ist die Teilnahme an einer Orgie das neue Normal?"

Jill Biden: Die schöne Botschaft ihrer Handschuhe

"Ihr seid zu bemüht. Nichts davon regt mich dazu an, einen Anzug oder Kleidung kaufen zu wollen. Ich bin einfach nur von der Botschaft verwirrt", war eine weitere ehrliche Reaktion.

Und jemand anderes schrieb: "Bleibt bei dem, was ihr gut könnt! Euer Versuch des Woke Marketings ist es jedenfalls nicht."

Manche behaupteten auch, Suitsupply habe die Idee von Designer Tom Ford geklaut. Dieser ist bekannt für seine heißen Werbekampagnen: "Copy + Paste [=] Tom Ford", war ein Kommentar.

Kampagne soll positive Botschaft senden

In einer Erklärung gegenüber Yahoo sagte der Suitsupply-Gründer und CEO Fokke de Jong, die Kampagne solle eine positive Botschaft senden.

"Die Kampagne ist einfach ein positiver Ausblick auf unsere Zukunft, in der die Menschen wieder zusammenkommen und einander näher sein können". Und in einer Erklärung der Marke selbst hieß es: "Das Leben nach der Pandemie steht bevor. Die soziale Distanzierung über außerordentlich lange Zeiträume hat uns darauf konditioniert, die Nähe anderer zu fürchten, und das ist vollkommen berechtigt."

Die negativen Reaktionen auf die schlüpfrige Werbung erinnert an die Kritik an der australischen Dessous-Marke Honey Birdette.

Auch das australische Label Honey Birdette wurde oft für seine schlüpfrige Werbung kritisiert. (Bild: Getty Images)
Auch das australische Label Honey Birdette wurde oft für seine schlüpfrige Werbung kritisiert. (Bild: Getty Images)

In den letzten Jahren gab es zahlreiche Petitionen, die darauf abzielten, dem Unterwäschehändler zu verbieten, "Werbung im Pornostil" und "übersexualisierte" Bilder in seinen Geschäften zu zeigen. Diese befinden sich nämlich in Einkaufszentren, die von Familien und kleinen Kindern besucht werden.

Das Label wurde auch von einigen Mitgliedern der LGBTQ+-Community beschuldigt, in einer früheren Werbung lesbische Beziehungen zu "fetischisieren".

Kristine Tarbert