Hat Flick den neuen Lahm geschaffen?

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Hat Flick den neuen Lahm geschaffen?
Hat Flick den neuen Lahm geschaffen?

Ein Debüt mit 28 Jahren ist im Fußball spät, aber eine Umschulung mit 29 Jahren noch ungewöhnlicher.

„Hansi Flicks Plan ist, dass ich auch in der Viererkette hinten rechts zum Einsatz kommen könnte. Ich bin auf jeden Fall flexibel einsetzbar, dadurch gebe ich dem Trainer hoffentlich viele Möglichkeiten“, hatte Jonas Hofmann jüngst im SPORT1-Interview verraten. Und tatsächlich durfte der Gladbacher, der bei den Fohlen als rechter Mittelfeldspieler oder Rechtsaußen zum Einsatz kommt, dann bereits gegen Armenien (6:0) in der WM-Qualifikation auf der ungewohnten Position ran.

Der neue Philipp Lahm? Da musste Hofmann lachen. Mit dem Kapitän der Rio-Weltmeister wollte sich der neue Rechtsverteidiger der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nicht vergleichen. „Stolz“ war er trotzdem auf seinen Einsatz bei dem Gala-Auftritt, den er mit seinem ersten Länderspiel-Tor krönte (52.). (Die SPORT1-Einzelkritik)

Hofmann hat „total Bock“ auf seine neue Position

„Das war ein Punkt, den ich unbedingt noch abhaken wollte in meiner Karriere“, sagte er bei RTL und grinste: „Dass das so schnell gelingt, dann auch noch als Rechtsverteidiger, ist sensationell.“ Vor rund einem Jahr hatte der gebürtige Heidelberger sein Debüt für die deutsche Nationalmannschaft unter Joachim Löw gefeiert.

Auf der Außenposition in der Viererkette hatten ihn seither nur wenige auf der Rechnung. In Gladbach wurde Hofmann dort ab und zu als Einwechselspieler eingesetzt und auch Löw ließ ihn im Vorfeld der EM rechts trainieren. Doch dann verletzte sich Hofmann und spielte keine Minute.

„Bevor ich hierhergefahren bin, haben mich viele gefragt, ob ich diesmal gesund bleibe. Leider konnte ich bislang keinen DFB-Lehrgang komplett mitmachen. Trotzdem muss ich sagen: Die EM war eine absolut geile Erfahrung für mich. Auch wenn ich aufgrund einiger Verletzungen nicht spielen konnte. Mit Hansi Flick beginnt jetzt ein neues Kapitel. Ich hoffe, dass ich fit und gesund bleibe und endlich auch beim DFB Fuß fassen kann“, sagte er bei SPORT1.

Dieses Kapitel beginnt nun hinten rechts. Zunächst eine halbe Stunde gegen Liechtenstein (2:0), nun von Beginn an gegen Armenien (6:0). Hofmann habe „absolut die Qualität“ für diese Position, sagte Flick. Und Hofmann? „Ich bin bereit, neue Dinge zu lernen und habe total Bock drauf. Auch hinten rechts kann man sich sehr gut einbringen und nach vorne Akzente setzen“, lautete seine klare Ansage.

Hofmann hat ein großes Ziel

Seit Lahms Rücktritt 2014 herrscht auf der Rechtsverteidigerposition ein Mangel in der DFB-Elf, auch weil Joshua Kimmich in der Mittelfeldzentrale gebraucht wird. Nun gibt es rund um den Neustart unter Flick die Hoffnung, dass die Lücke endlich geschlossen werden kann.

Auch Julian Nagelsmann, früherer Förderer aus gemeinsamen Hoffenheimer Zeiten, sieht ihn dort und wollte ihn nach München holen. Hofmann sah es als „Bestätigung meiner Arbeit“, den Bayern fehlte aber letztlich das Geld für den Transfer.

Und die Sache mit Lahm? Zumindest vom Laufstil her erinnert er ein wenig an das große Vorbild. Hofmann jedenfalls ist wild entschlossen, dem einstigen Münchner nachzueifern. „Unser Ziel ist der Weltmeister-Titel“, sagte er selbstbewusst. 2022 in Katar - mit dem Rechtsverteidiger Jonas Hofmann.

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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