Vor Langeoog gestrandeter Frachter "Glory Amsterdam" heil aus Notlage befreit

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Die auf Grund gelaufene "Glory Amsterdam"

Vor der Nordseeinsel Langeoog haben Bergungsexperten damit begonnen, den auf Grund gelaufenen Frachter "Glory Amsterdam" zu befreien. "Wir haben den Schleppversuch begonnen", sagte ein Sprecher des Havariekommandos in Cuxhaven am Donnerstagmorgen

Nach mehr als drei Tagen ist der vor der Nordseeinsel Langeoog auf Grund gelaufene Frachter "Glory Amsterdam" unbeschadet aus seiner Notlage befreit worden. Am Donnerstagmorgen zogen zwei Schlepper das durch Abpumpen von Ballastwasser leichter gemachte Schiff in tieferes Wasser, erklärte das Havariekommando in Cuxhaven. Auf See sollten drei andere Schlepper den Havaristen übernehmen und nach Wilhelmshaven schleppen.

Schäden am Rumpf des bei Sturm manövrierunfähig im Wattenmeer gestrandeten Massengutfrachters stellten die Experten vor Ort den Angaben zufolge weiterhin nicht fest, auch Schadstoffe gelangten nicht ins Meer. In den Treibstofftanks des leeren Schiffs befinden sich fast 2000 Tonnen sogenanntes Schweröl und Marinediesel, die eine Gefahr für die Umwelt darstellen.

"Das Bergungsteam an Bord hat die 'Glory Amsterdam' technisch überprüft und konnte keinen Schaden am Schiffskörper feststellen", teilte das Havariekommando mit. Ein Spezialflugzeug zur Ölüberwachung werde den Schleppverband auf seinem Weg bis nach Wilhelmshaven begleiten, um die Situation weiter zu beobachten.

Das unter der Flagge Panamas fahrende 225 Meter lange Schiff war am Sonntag bei Sturm mit defekter Ruderanlage zwei Kilometer vor Langeoog in fünf Meter tiefem Wasser gestrandet. Versuche der Besatzung, das Schiff mit Ankern zu stoppen, scheiterten.

Ein von der Reederei beauftragtes Bergungsunternehmen hatte in den vergangenen Tagen gemeinsam mit dem für Schiffsunfälle an der deutschen Küste zuständigen Havariekommando einen Plan zur Befreiung ausgearbeitet. Dafür waren am Mittwoch zunächst Leinenverbindungen zu zwei großen Schleppern aufgebaut worden.

Diese sollten die "Glory Amsterdam" während des Abpumpens von Ballastwasser in Position halten und verhindern, dass der Havarist weiter an Land treibt. Die Maßnahme sollte den Frachter leichter machen und für zusätzlichen Auftrieb sorgen.

Nach dem Abpumpen von etwa 16.000 Tonnen Ballastwasser zeigte das Vorgehen nach Angaben des Havariekommandos Erfolg. Gegen 7.15 Uhr am Donnerstagmorgen schwamm das Schiff auf und wurde von den rund 1500 Metern von ihr entfernten Schleppern "Union Manta" und "Fairmont Summit" zurück in tieferes Wasser gezogen.

Die 22-köpfige Besatzung der "Gloria Amsterdam" sowie ein aus sieben Experten bestehendes Bergungsteam waren während der gesamten Bergungsaktion an Bord. An Land stand für alle Fälle ein speziell für Einsätze auf See ausgebildetes medizinisches Notfall-Team unter anderem mit Notarzt und Rettungsassistenten bereit. Menschen kamen bei der Havarie aber nicht zu Schaden.

Die Strandung löste eine erneute Diskussion um Sicherheit und Umweltgefahren aus. Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) forderte schärfere Bauvorschriften für Schiffe, um Treibstofftanks widerstandsfähiger zu machen. Zudem sollten Ruderanlagen technisch besser gegen Ausfall gesichert werden. Die Umweltschutzorganisation WWF machte sich für ein weltweites Verbot von Schweröl als Treibstoff stark.