Schleichender Verlust der Bewegungskontrolle

Der verstorbene Physiker Stephen Hawking war einer der berühmtesten ALS-Patienten. Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare degenerative Erkrankung des Nervensystems. Die Ursachen sind weitgehend unbekannt. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke erkranken jährlich ein bis zwei von 100.000 Menschen an ALS. Am häufigsten tritt die Krankheit zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf.

Bei Hawking wurde die Krankheit bereits im Alter von 21 Jahren diagnostiziert. ALS beeinträchtigt das motorische Nervensystem, das die Muskeln kontrolliert und für die Bewegungssteuerung zuständig ist. Betroffen sind sowohl das zentrale als auch das periphere Nervensystem - also vom Hirn bis zu Nervenfasern in den Muskeln. Kontrollverluste über Bewegungsabläufe bis hin zu Lähmungen sind die Folgen.

Frühe Symptome sind Steifheit und fortschreitende Muskelschwäche. Betroffene verlieren ihre motorischen Fähigkeiten, Sprach- und Atemfähigkeit. Hawking war nach einem Luftröhrenschnitt infolge einer Lungenentzündung ab 1985 auf einen Sprachcomputer angewiesen. Er lebte rund 55 Jahre mit ALS - eine Ausnahmeerscheinung auch in dieser Hinsicht, denn die durchschnittliche Überlebensdauer beträgt nur rund drei Jahre.