Schlecker-Insolvenzverwalter: Haftstrafe für Drogeriegründer wäre "sehr hart"

Anton Schlecker mit Tochter Meike vor Gericht

Der Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hat wenige Tage vor dem erwarteten Urteil gegen den Drogeriegründer eine mögliche Haftstrafe als "sehr hart" bezeichnet. Allerdings sehe er auch einige Transaktionen von Anton Schlecker als kritisch an, sagte Geiwitz dem "Handelsblatt" vom Freitag. Schlecker steht wegen schweren Bankrotts und Beiseiteschaffens von Millionenbeträgen vor Gericht, die Staatsanwaltschaft fordert drei Jahre Haft.

Dem Drogeriegründer wird vorgeworfen, vor der Insolvenz noch Vermögen beiseite geschafft zu haben. Es geht um die Frage, wann Schlecker wusste, dass sein Unternehmen vor der Pleite steht. Schlecker hatte 2012 Insolvenz angemeldet, rund 25.000 Beschäftigte verloren ihre Arbeitsplätze. Schlecker hinterließ rund 22.000 Gläubiger.

Geiwitz sagte dem "Handelsblatt", er hätte Schlecker damals "lieber gerettet". Er habe alles versucht, aber es habe am Ende nicht gereicht, Verhandlungen mit mehreren Interessenten scheiterten. Damals sei auch seine eigene Sicherheit in den Fokus geraten, sagte Geiwitz. Als klar geworden sei, dass zehntausende Kündigungen drohten, sei ihm von politischer Seite Personenschutz angeboten worden. "Ich lehnte ab."

Der Prozess gegen Anton Schlecker und seine beiden Kinder Meike und Lars hatte im März begonnen, am Montag wird das Urteil erwartet. Das Insolvenzverfahren dürfte sich hingegen noch mehrere Jahre hinziehen.