Schlechtes Wetter behindert Suche nach abgestürzter iranischer Maschine

Bergungskräfte im Iran

Unter widrigen Wetterbedingungen haben hunderte Bergungskräfte im Iran die Suche nach der am Sonntag abgestürzten Passagiermaschine fortgesetzt. Da sich das Wetter am Montag nach kurzer Zeit wieder verschlechterte, musste die Suche aus der Luft abgebrochen werden. Erschwert wurde die Arbeit der Suchteams auch durch den mutmaßlichen Ausfall des Notsenders der Maschine.

Die zweimotorige Turboprop-Maschine der Fluggesellschaft Aseman war am Sonntagmorgen mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Teheran in die 500 Kilometer weiter südlich gelegene Kleinstadt Jasudsch verunglückt. Die Behörden gehen davon aus, dass sie im Schneesturm über dem Sagros-Gebirge abstürzte und alle Passagiere ums Leben kamen.

Wegen extrem schlechter Wetterbedingungen mit Schnee, Regen und starkem Wind war die Suche nach der Maschine am Sonntagabend unterbrochen worden. Auch am Montag konnten nur für kurze Zeit vier Hubschrauber eingesetzt werden, bevor sie wegen schlechter Sicht und heftiger Winde wieder abdrehen mussten.

Hunderte Experten der Bergrettung und ihre Spürhunde setzten die Suche zu Fuß fort. Sie konzentrierten sich zunächst auf die Umgebung des rund 4400 Meter hohen Dena-Bergs. Offenbar war die Notfunkbake (ELT) der Maschine ausgefallen, die bei Notfällen automatisch ein Ortungssignal senden soll.

Warum die Maschine vom Typ ATR-72 des französisch-italienischen Herstellers Avions de Transport Régional abstürzte, war am Montag weiter unklar. Drei Experten der französischen Luftfahrtermittlungsbehörde BEA wurden für Montag zur Unterstützung der iranischen Ermittler erwartet.

Die ATR-72 sind nach Angaben des iranische Experten Babak Taghvai normalerweise "sehr sicher". Allerdings würden einige Fluggesellschaften sie nicht mehr auf Strecken einsetzen, auf denen sie eisige Bergregionen überfliegen müssten, nachdem eine Maschine desselben Typs 1994 unter ähnlichen Bedingungen in den USA abgestürzt war.

Im Iran ereigneten sich in den vergangenen Jahren immer wieder Flugzeugunglücke. Ein Grund für die Unglücke sind veraltete Flugzeuge, mangelhafte Wartung und fehlende Ersatzteile infolge der internationalen Sanktionen gegen das Land. Erst seit der Aufhebung der Sanktionen nach dem Atomabkommen von 2015 darf das Land wieder Flugzeuge und Flugzeugteile kaufen.

Auch Aseman Airlines musste auf dem Höhepunkt der Sanktionspolitik immer wieder Maschinen am Boden lassen, da notwendige Ersatzteile fehlten. Seit 2016 steht sie auf der Schwarzen Liste unsicherer Fluggesellschaften der Europäischen Kommission.

Im vergangenen Juni schloss die Fluglinien einen Kaufvertrag mit Boeing in Höhe von umgerechnet 2,4 Milliarden Euro ab. Allerdings steht er auf der Kippe, sollte US-Präsident Donald Trump in den kommenden Monaten wie angedroht wieder neue Sanktionen gegen den Iran verfügen.