Eine schlechte Visitenkarte für Deutschland

Bislang ist dieser G20-Gipfel kein Erfolg. Die Szenerie in der Stadt ist beschämend, die Sicherheitslage kritisch. Und von den Staatschefs erwartet niemand große Leistungen. Ein Kommentar.


Auf den Gipfeltreffen der mächtigen Staats- und Regierungschefs werden normalerweise schöne Bilder produziert. In Hamburg aber brennen Autos, es gibt bereits mehr als 150 verletzte Polizisten, und der schwarze Mob versetzt die ganze Stadt in Unruhe. Das haben sich die weltoffenen Hamburger bestimmt sich nicht so vorgestellt, als sie die mächtigen Staats- und Regierungschefs zum G20-Gipfel einluden.

War das alles nicht vorhersehbar? Die Polizei hält ihre Knochen hin, gegen Menschen, die von einer perfekten Welt träumen und für dieses Ziel auch vor Gewalt nicht zurückschrecken. Das sind Kriminelle, bei denen der Staat eine Null-Toleranz-Politik verfolgen muss.


Voreilige Kritik an den politisch Verantwortlichen verbietet sich. Doch sie werden sich schon fragen lassen müssen, warum sie am Gipfeltag noch Hilfe aus anderen Bundesländern anfordern müssen. Wurde die Sicherheitslage falsch eingeschätzt?

Die erschreckenden Bilder aus Hamburg drohen inzwischen das ganze Gipfeltreffen zu überdecken. Hinzu kommt das erwartete dünne Ergebnis, auf das sich die Staats- und Regierungschefs aller Voraussicht nach einigen werden. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird es beim Status quo beim Freihandel bleiben und ein wachsweicher Kompromiss beim Thema Klimaschutz herauskommen.

Eine Magna Charta hat sicherlich niemand erwartet. Abschreckende Bilder aus dieser wunderschönen Stadt mit einer uneinigen Weltgemeinschaft allerdings auch nicht.