"Nicht schlagen" - Kaliningrads Bürgermeister erteilt Verhaltenstipps für WM

Nett und gastfreundlich sollen sie sein und bloß niemanden schlagen: der Bürgermeister von Kaliningrad hat seinen Bürgern am Mittwoch Verhaltenstipps für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 gegeben

Nett und gastfreundlich sollen sie sein und bloß niemanden schlagen: Der Bürgermeister von Kaliningrad hat seinen Bürgern am Mittwoch Verhaltenstipps für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 gegeben. Am besten sollten die Bewohner die russische Enklave während der WM-Spiele verlassen, erklärte er in einer Radioansprache.

"Ich rufe alle dazu auf, gastfreundlich und nett zu sein und niemanden zu schlagen", sagte Bürgermeister Alexander Jaroschuk im Radiosender Komsomolskaia Prawda. "Falls Sie Englisch sprechen, helfen Sie den Touristen, geben Sie ihnen Ratschläge, unterhalten Sie sich mit ihnen." Weiterhin bat er um freiwillige Mithilfe bei Aufräumaktionen vor den Spielen.

Insgesamt vier Begegnungen der Fußball-WM sollen zwischen Juni und Juli 2018 im komplett neuen Stadion von Kaliningrad stattfinden. Dieses soll nach seiner Fertigstellung Ende 2017 rund 35.000 Zuschauern Platz bieten.

Zur WM erwartet Bürgermeister Jaroschuk bis zu 150.000 Touristen in der russischen Enklave zwischen Polen und Litauen. In seiner Radioansprache empfahl er den Bürgern ohne Tickets für die Spiele, "die Stadt zu verlassen, um sich auf dem Land auszuruhen". Jaroschuk versprach den Einwohnern von Kaliningrad dafür zusätzliche Urlaubstage, die er gerade mit den Arbeitgebern vereinbare.

Der Bürgermeister rief die Bürger zudem dazu auf, die Innenstadt während der WM-Spiele zu meiden. Da die Straßen dann den Shuttle-Bussen der Fans vorbehalten seien, sei weiterer Straßenverkehr "schwierig" oder gar "praktisch verboten".

Die Maßnahmen erinnern an die Olympischen Sommerspiele von 1980 in Moskau, als die sowjetischen Behörden Eltern dazu rieten, ihre Kinder für die Dauer der Veranstaltung in Sommercamps zu schicken. Auch "unerwünschte" Menschen wie Straftäter wurden damals dazu gezwungen, die Hauptstadt zu verlassen.