Schlagabtausch zwischen Erdogan und Netanjahu

Nach den Ausschreitungen im Gazastreifen mit vielen Toten verschärft sich der Ton zwischen der Türkei und Israel. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nannte Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu einen "Terroristen".

Bei Massenprotesten an der Grenze zu Israel hatte die israelische Armee am Freitag 17 Palästinenser getötet und mehr als 1400 weitere verletzt.

Zuvor hatte er den Einsatz der israelischen Armee als "Massaker" bezeichnet. "Wir haben es hier mit Terroristen zu tun, Terrorismus kann sie nicht beunruhigen. Denn Israel selbst ist ein Terrorstaat. Somit erklärt sich sein Vorgehen im Gazastreifen und in Jerusalem," sagte Erdogan vor Hunderten Anhängern in Adana.

Netanjahu verbittet sich Moralpredigten

Netanjahu verteidigte den israelischen Einsatz und schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: Die moralischste Armee der Welt werde sich keine Lektionen erteilen lassen von jenen, die seit Jahren Bomben auf Zivilsten werfen. Es handele sich wohl um einen Aprilscherz aus Ankara.

Die israelische Regierung begründete, die meisten getöteten Palästinenser seien Terroristen. Eine unabhängige Untersuchung lehnt sie ab,

Israel wirft der Türkei seit langem vor, die radikalislamische Hamas zu unterstützen.

Mehr Proteste erwartet

Für den Fall, dass die Proteste im Gazastreifen wie geplant bis Mitte Mai andauern, kündigt die Regierung erneut ein hartes Durchgreifen an. Die Palästinenser protestieren gegen den Jahrestag der Staatsgründung Israels von 1948. Die Palästinenser begehen den 15. Mai als Nakba-Tag, weil im ersten Nahost-Krieg 1948 rund 700 000 Palästinenser flohen oder vertrieben wurden. Am 14. Mai wollen die USA zudem die US-Botschaft in Jerusalem eröffnen.