Schlafplätze in Berlin: Obdachlosigkeit: Caritas-Chefin fordert gemeinsame Strategie

Ulrike Kostka hält die Taskforce Tiergarten für den falschen Weg

Berlin. Am heutigen 1. November beginnt die Kältehilfe. Dann werden Hunderte Schlafplätze für Obdachlose zur Verfügung gestellt. Durch die im Großen Tiergarten zeltenden Osteuropäer ist das Thema seit Wochen aktuell. Ulrike Kostka (46) ist Direktorin des Caritasverbandes im Erzbistum Berlin und Vorsitzende der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe. Sie fordert neue Konzepte.

Frau Kostka, Sie haben die Taskforce Tiergarten als Aktionismus kritisiert. Warum?

Ulrike Kostka: Es wurde sehr schnell eine Gruppe zusammengestellt, aber nicht geschaut, wer eigentlich beteiligt werden müsste. Außerdem beschränkt sich die Problematik nicht auf den Großen Tiergarten, sondern kommt auch in anderen Parks vor. Und schließlich lässt sich das Zelten von Obdachlosen nicht durch eine punktuelle Aktion wie eine Räumung beenden. Die Menschen werden wiederkommen.

Sie hätten lieber eine andere Taskforce.

Ich möchte gar keine Taskforce, ich möchte ein Strategieforum unter Beteiligung der Wohlfahrtsverbände, des Landes und der Bezirke. Ich wünsche mir auch, dass man sich die Zeit nimmt, die Situation wirklich zu analysieren und erst dann die geeigneten Maßnahmen plant. Gleichzeitig muss geklärt werden, wer welche Aufgabe übernimmt. Alle Beteiligten müssen sich auf die gemeinsame Strategie verpflichten, damit es keinen Aktionismus einzelner gibt.

Haben Sie Innensenator Andreas Geisel Ihren Unmut über die Taskforce mitgeteilt?

Wir haben an verschiedenen Stellen deutlich gemacht, dass wir dieses Gr...

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