Schiri-Boss: Ein Viertel aller Video-Entscheidungen falsch

Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich zog eine unerfreuliche Bilanz über den Videobeweis in der Bundesliga

Der Deutsche Fußball-Bund will nach den Diskussionen um den Videobeweis die Kommunikation mit den Bundesligaklubs weiter intensivieren. Am 4. Dezember findet auch deshalb ein Workshop mit Vertretern der Vereine in Köln statt. Das wurde am Mittwoch bei einem rund dreistündigen Medien-Workshop in Frankfurt bekannt gegeben.

Bei der Veranstaltung in Frankfurt warben die DFB-Verantwortlichen um Geduld in der Testphase des Videobeweises, stellten aber gleichzeitig klar: "Es geht mit dem Videobeweis um Längen fairer und gerechter zu als vorher", sagte der für das Schiedsrichterwesen zuständige DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann. 

Von 36 Entscheidungen, in denen der Videobeweis griff, wurde in 27 Fällen richtig entschieden. "Neun Situationen wurden nicht korrekt gelöst", bilanzierte Fröhlich. 

Zimmermann betonte, dass die Deutsche Fußball Liga  und der DFB zu 100 Prozent hinter dem Projekt stehen würden. "Und wenn es die 101 Prozent geben würde, würden wir zu 101 Prozent dahinterstehen."

Zimmermann wies darauf hin, dass man von Anfang an "im Rahmen nachjustiert" habe: "Wir haben gezeigt, dass wir Baustellen erkennen und beseitigen können." Der DFB-Funktionär verwies aber auch auf den Faktor Mensch: "Es werden immer wieder Fehler passieren", sagte Zimmermann mit Blick in die Zukunft.

Zudem soll bei der Entscheidungsfindung nach dem Eingriff des Videoassistenten der Zeitfaktor eine noch größere Rolle spielen. "Wir müssen schneller werden, um den eigentlichen Anspruch, nämlich wenig störend in den Fußball-Prozess einzugreifen, gewährleisten zu können", sagte der ehemalige Bundesliga-Referee Jochen Drees, der in der laufenden Saison als Videoassistent in Köln eingesetzt wird. Allerdings stehe die richtige Entscheidung über allem.