Schimmelgefahr: Streit um Mängel in Flüchtlingsunterkunft

Mülheimer Leichtbauhalle muss schon nach einem Jahr repariert werden

Erst ein Jahr steht die Flüchtlingsunterkunft in der Mülheimer Bruder-Klaus-Siedlung, und schon gibt es gravierende Mängel. Im Viertel wird bereits über eine Ausquartierung der Flüchtlinge spekuliert, weil die Böden der Hallen durchschimmeln würden. Dem widerspricht die Stadt. Sie bestätigt aber eine "Diskussion" mit der Baufirma über die Frage, wer denn für die Beseitigung offensichtlicher Mängel bezahlen muss. Noch versuche man, sich friedlich zu einigen.

Die Reparaturen würden im laufenden Betrieb durchgeführt, sagt der Chef des Amtes für Wohnungswesen, Josef Ludwig. Das Gesundheitsamt sehe keinen Grund für eine Räumung der Unterkunft. Die Stadt wolle mit den Reparaturen aber auch nicht warten, bis die Schuldfrage geklärt sei. "Das würde zu Schimmelbildung führen." Nach Angaben der Stadt fehlen Fliesen in einigen Bereichen der Waschräume, außerdem Fugen am Linoleum-Boden. Geprüft werde zudem, ob die Fußbodenheizung ein Leck habe.

Zeltartige Hallen

Die Leichtbauhallen an der Luzerner Straße sind erst im vergangenen Sommer errichtet worden. Der Standort ist einer von dreien, wo in großen zeltartigen Hallen Hunderte Flüchtlinge für eine begrenzte Zeit leben sollen. Als sich die Stadt zum Aufbau dieser nicht unumstrittenen Unterbringungen entschloss, verfolgte sie das Ziel, auf diese Weise auch die beschlagnahmten Turnhallen wieder frei zu bekommen. Zunächst waren vier bis fünf Standorte ausgesucht worden, später war sogar von bis zu zehn die Rede. Zurzeit sind diese Leichtbauhallen in Ostheim, am Butzweiler Hof und in der Bruder-Klaus-Siedlung in Betrieb. Hier sind Hallen für bis zu 400 Flüchtlinge aufgebaut worden. Sie "wohnen" in fünf Hallen. Eine sechste ist der Speise- und Aufenthaltsraum. Anders als beim Prototyp in Ostheim verfügten diese Hallen von Anfang an über eigene Sanitäranlagen. Zudem gelang eine Unterteilung der großen Hallen in kleine Einheiten, in denen jeweils vier bis sechs Personen schlafen sollten. Die Errichtung einer solchen Flüchtlingsunterkunft kostet rund vier Millionen Euro.

Probleme mit dem Trinkwasser

Mit der baulichen Qualität der Flüchtlingsunterkünfte in Leichtbauweise in Ostheim und am Butzweiler Hof sei man zufrieden, so Ludwig. Für den Bau der Hallen in Mülheim war eine andere Firma zuständig, die nach einer zweiten Ausschreibung das beste Angebot gemacht habe und dann den Zuschlag bekam. Vor Ort heißt es, dass es von Anfang an Probleme mit dem Gebäude, aber auch mit der Trinkwasserversorgung gegeben habe. Eine neu gebaute Brunnenanlage funktioniere nicht richtig.

Vor dem Bau der Anlage hatten wohl einige Anwohner auf die Schimmelgefahr hingewiesen. Auf dem Sportplatz, der für die Flüchtlingsunterkunft geopfert werden musste, fließe das Regenwasser nicht richtig ab. Die Feuchtigkeit, die nun zu Problemen führt und zu den Reparaturen zwingt, dringt nach Angaben der Stadt aber nicht von unten ins Gebäude ein....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta